Aus der Ferne sehen seine Altäre wie bunt geschmückte Tannenbäume aus, seine Kanzeln erinnern an Kinderkarussells und seine Taufdeckel an Hochzeitstorten. Das klingt despektierlich, doch wenn man es recht bedenkt: Gehören nicht Weihnachtsbäume, Torten und Karussells zu den eher erfreulichen Erscheinungen? Dazu gehören auch die Werke Ludwig Münstermanns, kunstgeschichtlich dem Manierismus zugeordnet, wobei ja die ganze Richtung etwas erfreulich Unseriöses ausstrahlt und mit ihren bezaubernden Übertreibungen etwas allzu Menschliches dazu. Eine gewagte Mischung aus Maskenball und Eurythmie, Schlangenmensch und Gebärdendolmetscher, Dehnungsübung und Dämonie.