Als Michail Sirkeli am Abend die Tür zu seinem Büro öffnet, wirkt er kurz überrascht, dass noch mehr Besuch auf ihn wartet. Noch ein Interview, das fünfzehnte in wenigen Tagen. Sein Medium „Nokta“ ist plötzlich europaweit gefragt. Hinter ihm, im Regal neben einer Reihe von Auszeichnungen, lehnt ein Bilderrahmen mit einer ukrainischen Briefmarke: ein Soldat, der dem „Russian Warship“ den Mittelfinger zeigt. Hier, am Beginn der Hauptstraße von Comrat, die bis heute „Straße des Sieges“ heißt, wie einst überall in der Sowjetunion, ist das mehr als nur Symbolik. Es ist eine Kampfansage.