PfadnavigationHomePolitikAuslandVereinte NationenDie Show des Benjamin NetanjahuVeröffentlicht am 26.09.2025Lesedauer: 5 MinutenDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor den Vereinten Nationen geschworen, den Krieg gegen die Hamas im Gaza-Streifen fortzusetzen. Sehen Sie hier seine Rede und eine Einschätzung von Außenpolitik-Redakteur Philip Volkmann-Schluck.In seiner Rede vor den Vereinten Nationen betont Israels Premier die militärischen Erfolge seit dem 7. Oktober und schwört die Öffentlichkeit auf eine Fortsetzung des Krieges ein. Die entscheidende Frage lässt er offen.Schon bevor Israels Premierminister Benjamin Netanjahu an diesem grauen und schwülen Morgen vor der UN-Generalversammlung spricht, sind die Reihen nicht einmal halb voll. Die meisten Staats- und Regierungschefs sind bereits abgereist. Aber die Leere im Saal ist auch ein Zeichen des Protestes. Schon bei seiner Rede im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Delegierte den Saal verlassen, als Netanjahu sprach.

Als die Sitzungsleitung mit der üblichen Formel das Protokoll auffordert, Netanjahu zum Podium zu geleiten, stehen zahlreiche weitere Delegierte auf und verlassen den Saal. Die israelische Delegation und Gäste auf der Tribüne springen auf und applaudieren Netanjahu, wieder andere pfeifen und buhen. Immer wieder muss der Sitzungsleiter mit dem Hammer aufs Pult schlagen und Ruhe fordern. Erst Minuten später kann Netanjahu seine Rede beginnen – und was er liefert, ist eine Mischung aus Show und Vorwärtsverteidigung – aber es lässt viele Fragen offen. Auch dazu, wie viele Karten er noch in der Hand hält.Netanjahu beginnt damit, dass er an die israelischen Geiseln erinnert, die sich noch immer in der Gewalt der Hamas befinden. Zwanzig von ihnen seien noch am Leben, die sterblichen Überreste von 28 weiteren seien noch in Gaza. Doch gleich anschließend lässt er Israels militärische Siege seit dem 7. Oktober Revue passieren. Lesen Sie auch