PfadnavigationHomePanorama„Lästereien“Nach massiver Kritik – Pause für öffentlich-rechtlichen Podcast „Brave Mädchen“Veröffentlicht am 26.09.2025Lesedauer: 3 MinutenNicht ganz so brav: die Moderatorinnen Suki (l) und HennaQuelle: FunkErst im August hatte Funk den Podcast „Brave Mädchen“ mit den Influencerinnen Suki und Henna gestartet. Kritiker werfen dem Format männerfeindliche Aussagen vor. Jetzt kündigt die Redaktion eine Veröffentlichungspause an.Der öffentlich-rechtlich finanzierte Podcast „Brave Mädchen“ hat nach starker Kritik an den bisherigen Folgen eine Veröffentlichungspause angekündigt. „Liebe Communities, seit einigen Tagen verfolgen wir die kritischen Diskussionen zu unserem Format“, hieß es in einem Statement unter der zuletzt erschienen Folge auf Spotify. „Wir stehen am Anfang der Formatlaufbahn von ,Brave Mädchen‘ und reflektieren aktuell, wie wir im Format noch besser einen respektvollen und zugleich offenen Diskurs ermöglichen, um unserem Zielpublikum Denkanstöße zu bieten.“Das Team hinter dem Podcast glaube daran, dass dies in zukünftigen Folgen gelingen werde. Konstruktive Kritik helfe dabei und fließe „in die Schärfung des Formats“ ein. Zur geplanten Dauer der Veröffentlichungspause gab es in dem Statement keine Angabe. Die fünfte Folge des erst im August gestarteten Podcasts hätte eigentlich vergangene Woche veröffentlicht werden sollen.Produziert wird „Brave Mädchen“ von Funk, dem Jugendangebot von ARD und ZDF. Angekündigt wurde er vor dem Start als „Podcast für alle, die gelernt haben, leise zu sein – und jetzt keinen Bock mehr haben, sich sagen zu lassen, wie‘s zu laufen hat“. Die Moderatorinnen Suki und Henna seien Mitte 20 und auf TikTok als „wild, direkt und unberechenbar“ bekannt. Unberechenbar offensichtlich auch für die Redaktion, die jetzt einräumen musste, dass die inhaltlichen Ziele „noch nicht optimal“ eingelöst wurden.Lesen Sie auchZuvor hatte es unter anderem Kritik daran gegeben, dass die Moderatorinnen ein traditionelles Rollenbild bedienen und sich gehässig über Männer äußern würden. So hatte Henna in einer Folge von einem Mann erzählt, mit dem sie Sex in einem Hotel hatte. Der Mann habe am nächsten Tag gefragt, ob sie sich mit 50 Euro an den Kosten beteiligen könne. Henna kommentiert das in dem Podcast mit den Worten: „Was ein Lauch! Also, sorry, ich dachte mir so: ,Bah, eklig!‘“Lesen Sie auchCo-Moderatorin Suki scheint das ähnlich zu sehen. Sie philosophiert im Podcast darüber, wie viel ein Mann verdienen müsste, damit sie auf ein Date mit ihm gehen würde. Ihre Antwort: „Mindestens 35.000 Euro netto im Monat. Ausnahme: mein Ex.“ Kritisiert wurden die Äußerungen etwa vom YouTuber Rezo, der den Podcast als „Fiebertraum“ bezeichnete. Auch die Influencerin Sashka äußerte sich zu „Brave Mädchen“, nachdem die Moderatorinnen dort über sie gesprochen und sie als „Pick me“ beschimpft hatten, also als Frau, die durch manipulatives Verhalten die Aufmerksamkeit von Männern erregen wolle. „Es ist ein öffentlich-rechtlicher Podcast, es ist von Funk“, entgegnet Sashka in einem Video. „Müssen diese Lästereien wirklich auch von mir finanziert werden?“Suki und Henna scheinen die Aufregung nicht allzu nah an sich heranzulassen. Beide posteten auf TikTok zuletzt Videos von sich auf dem Oktoberfest. Suki erzählt in ihrem Beitrag unter anderem, dass sie sich im Festzelt „nach Frischfleisch“ umgeschaut habe. Um einen Hinweis darauf zu finden, dass sich die Moderatorinnen ihres kontroversen Auftretens bewusst sind, muss man bis zu ihrer ersten Podcast-Episode zurückgehen. Die hatte nämlich den fast prophetischen Titel: „Wie viele Folgen schaffen wir, bis wir gecancelt werden?“gub
„Brave Mädchen“: Nach massiver Kritik – Pause für öffentlich-rechtlichen Podcast - WELT
Erst im August hatte Funk den Podcast „Brave Mädchen“ mit den Influencerinnen Suki und Henna gestartet. Kritiker werfen dem Format männerfeindliche Aussagen vor. Jetzt kündigt die Redaktion eine Veröffentlichungspause an.







