Im April 1990, wenige Monate vor der Wiedervereinigung, kam ein Film in die deutschen Kinos, der perfekt die Janusköpfigkeit der historischen Situation einfing: „Der VW Komplex“ von Hartmut Bitomsky. In essayistischer Form ging es um die Frage, was der „Wagen für die breite Masse“ im Lauf der Jahrzehnte bedeutet hatte. Und war es nicht bezeichnend, dass die Ingenieure im Designcenter die kommenden Modelle als „Erlkönige“ bezeichneten, als „geheimnisvolle Schemen“, die sich zu mythischer Wirkung konkretisieren wollten? Zu den ersten Minuten dieses großen Films wäre auch noch zu bemerken, dass Bitomsky Hitler ausdrücklich mit einer Redepause zitierte – er brachte den „Führer“ des Jahres 1935, als der VW-Komplex Gestalt annahm, zumindest für eine Sekunde zum Schweigen.