PfadnavigationHomeRegionalesHamburgKonzernpläne konkretisiert„Erhebliches Potenzial“ – Rheinmetall-Chef zu Plänen für Blohm+VossVeröffentlicht am 25.09.2025Lesedauer: 3 MinutenArmin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, beantwortet in der Hamburger Handelskammer Fragen zur Zukunft der Hamburger Werft Blohm+VossQuelle: David Hammersen/dpaIn Hamburg sprach Armin Papperger über die Zukunft von Blohm+Voss nach der Übernahme durch Rheinmetall. Er stellte Investitionen in Aussicht, sieht Synergien im Konzern und betonte, dass die Tradition der Werft am Standort erhalten bleiben soll.Eigentlich war Armin Papperger aus einem anderen Grund in der Hansestadt: In der Handelskammer Hamburg unterzeichnete der Rheinmetall-Chef ein Memorandum of Understanding für den Bau einer Munitionsfabrik in Lettland. Doch im Anschluss rückte ein Punkt in den Vordergrund, der in Hamburg seit Wochen für Gesprächsstoff sorgt: Was bedeutet die geplante Übernahme von Blohm+Voss für den Standort und die Beschäftigten?Papperger zeichnete für die Werft eine positive Perspektive „Ich glaube, dass es erhebliches Potenzial gibt für die Werften in Deutschland und natürlich auch für den Standort hier in Hamburg“, sagte er. Rheinmetall hatte sich im Sommer mit der Bremer Lürssen-Gruppe auf den Kauf ihrer Marinesparte NVL geeinigt, zu der auch die 1877 gegründete Hamburger Werft Blohm+Voss gehört. Der Abschluss hängt noch von der Kartellfreigabe ab, die Papperger bis Dezember erwartet. Erst danach beabsichtigt der Konzern seine detaillierte Strategie vorzustellen.Lesen Sie auchAuf einzelne Fragen gab es vom Rheinmetall-Chef dann aber doch erstaunlich klare Antworten. Die Frage nach möglichen Stellenstreichungen beantwortete Papperger mit einem klaren Dementi: „Genau das Gegenteil wird passieren. In allen Standorten, wo wir bisher eingestiegen sind, haben wir das Personal deutlich erhöht.“ Rheinmetall beschäftigt derzeit rund 40.000 Menschen, bis 2030 sollen es 70.000 sein. „Dafür brauchen wir auch Kapazitäten. Die Werften sind für uns ein Bereich, wo wir die Kapazitäten aufbauen wollen.“Auch auf die Frage, was seine Ankündigungen bedeuten würden, in den Werften Synergien für den Gesamtkonzern heben zu wollen, wählte Papperger klare Worte: „Synergien sind für mich nicht Arbeitsplatzabbau, sondern Insourcing.“ Rheinmetall wolle künftig Arbeiten, die bisher extern vergeben wurden, in die Werften holen. Als Beispiele nannte Stahlbearbeitung, Schweißarbeiten oder den Rohrleitungsbau für Fabriken. „Warum soll man das noch extern geben, wenn wir das intern machen können?“ Allein aus internen Aufträgen will Rheinmetall kurzfristig 50 bis 100 Millionen Euro in die Werften bringen.Lesen Sie auchPapperger bemühte sich, Sorgen um die Identität der namhaften Traditionswerft zu zerstreuen: „Wir werden keinerlei Traditionen verhindern. Wir sind selbst ein traditionsreiches Unternehmen – gegründet 1889.“ Auch bei den Arbeitsbedingungen stellte er klar: „Wir sind nicht gerade als Niedriglohn-Bezahler bekannt.“Die Aussagen fügen sich in eine ehrgeizige Gesamtstrategie: Der Auftragsbestand liegt bei 65 Milliarden Euro und soll in den kommenden Quartalen auf bis zu 130 Milliarden steigen, wie Papperger erklärte. Pro Jahr wolle Rheinmetall rund 10.000 neue Jobs schaffen, ein Großteil davon in Deutschland. Parallel baut das Unternehmen 13 neue Fabriken in Europa, um Risiken zu streuen – unter anderem im Baltikum. „Keiner hat einen Zauberstab“, sagte Papperger, „aber wir bauen in einer Geschwindigkeit, die in Deutschland unüblich ist.“