Vermutlich hat Wolodimir Selenskij in den vergangenen Tagen ein bisschen zu viel gehört über das internationale Recht, über friedliche Konfliktlösung und die Charta der Vereinten Nationen. Er hat erst ein paar Sekunden gesprochen, da ist schon klar: Der ukrainische Präsident will die versammelten Staatsführer brutal zurückholen auf den Boden der Wirklichkeit. „Wenn eine Nation Frieden will, muss sie Waffen bauen. Das ist krank, aber das ist die Realität“, sagt er. Nicht das Völkerrecht, sondern „Waffen entscheiden darüber, wer überlebt“, verkündet Selenskij. Es ist eine grimmige Rede, in deren Verlauf er sogar ukrainische Drohnentechnologie feilbietet. Eine Rede voller Ernüchterung nach dreieinhalb Jahren des russischen Angriffskrieges.