„Er war das“, antwortet der Münchner Taxifahrer Can R. (Name geändert) auf die Frage von Richter Markus Koppenleitner, ob er den Mann wiedererkenne, der auf der Anklagebank der 19. Strafkammer am Landgericht München I sitzt. Es ist Irakli T. Zuletzt arbeitete der Familienvater bei BMW. Seinen Job hat er jedoch verloren, laut seiner Darstellung wegen seines Drogenproblems. Ihr Mandant sei seit ungefähr zehn Jahren abhängig, sagt seine Verteidigerin. In den letzten eineinhalb Jahren habe sich dessen Kokain-Konsum so gesteigert, dass die Venen „zu“ seien und er sich die Droge deshalb in die Halsschlagader injiziert habe.

Irakli T. ist unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung angeklagt. Mit dem Geld habe er seinen Drogenkonsum finanziert, sagt der 45-Jährige. Eines seiner mutmaßlichen Opfer ist Can R. Irakli T. soll den 65-Jährigen laut Anklage der Staatsanwaltschaft in der Nacht des 16. Mai vergangenen Jahres in eine Sackgasse in der Nähe des Oskar-Maria-Graf-Rings gelotst haben. Dort, so der Vorwurf, habe T., der im Fond saß, Can R. am Hals gepackt und so sehr gewürgt, dass dieser kaum mehr habe atmen können. Anschließend soll er seinem mutmaßlichen Opfer noch einen metallischen Gegenstand an die Kehle gedrückt und aufgefordert haben, ihm sein Portemonnaie mit den Einnahmen zu geben. Darin befanden sich 300 Euro. Bevor Irakli T. floh, soll er Can R. für den Fall, dass dieser die Polizei alarmiert gedroht haben, dass er wieder kommen und ihn „abstechen“ werde.