„Ich war nie ein Zeitgeistsklave, ich wollte selbst der Zeitgeist sein“, sagt Roncalli-Erfinder Bernhard Paul im Anschluss an die offizielle Pressekonferenz zur neuen Gastspiel-Saison seines Zirkus’ von 24. Oktober bis 7. Dezember im Münchner Werksviertel. Wovon nicht nur sein ikonisches Outfit – Lederjacke, Sonnenbrille, blonde Mähne – zeugt. Sondern auch seine unverbrüchliche Liebe zum historischen Zirkus, „deutschen Rap werden Sie bei mir nie finden“.
Den Grundstock bildete einst ein alter Zirkuswohnwagen und die Erinnerung eines jungen Mannes an den Zirkus seiner Kindheit. Mit diesem nostalgischen Traum, so sind die Mode-Volten nun mal gerne, wurde er dann zum Trendsetter: Mit der Uraufführung von „Die Reise zum Regenbogen“ gelang ihm 1980 der internationale Durchbruch, seitdem begeistert der „Erneuerer der Zirkuskunst“ (Herald Tribune) mit seinen künstlerischen Konzepten, die Nostalgie und Moderne vereinen, sein Publikum rund um die Welt.
„Wir haben 1986 zu Gorbatschows Zeit unser Zelt in Moskau aufgeschlagen, da war es nur folgerichtig, dass wir auch in New York spielen“, sagt Bernhard Paul. Das Gastspiel in New York schloss an das letzte Gastspiel in München vor zwei Jahren an, „damit löste ich ein altes Versprechen ein“, das ich einst Andy Warhol und dann Keith Haring gab“, so Paul. Beide hatten mit einigen Jahren Abstand seine Vorstellungen in Köln und Berlin besucht, beide waren überzeugt, dass das New Yorker Publikum diese „lieben würde“. Doch die Verwirklichung ihrer Voraussage sollten sie nicht mehr erleben.






