PfadnavigationHomeRegionalesHamburgDLRG HamburgSchon 14 Menschen in diesem Jahr ertrunken – warum vor allem Männer betroffen sindVeröffentlicht am 23.09.2025Lesedauer: 3 MinutenQuelle: Marijan Murat/dpaWarum ertrinken Männer besonders häufig? Die DLRG Hamburg erläutert in ihrer Sommerbilanz die Hintergründe und erklärt, warum die Elbe das gefährlichste Gewässer der Hansestadt ist.In Hamburg sind in diesem Jahr bislang mehr Menschen ertrunken als im gleichen Zeitraum 2024. Insgesamt seien zwischen Jahresbeginn und dem 15. September 14 Menschen beim Baden gestorben, während es vergangenes Jahr 12 gewesen seien, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in ihrer Sommerbilanz mit. Bundesweit sieht es anders aus: In ganz Deutschland ertranken dieses Jahr 321 Menschen und damit 33 weniger als im Vorjahr. Alle Ertrunkenen verunglückten in der Hansestadt in Flüssen (10) und in Seen (4). Die Monate mit den meisten tödlichen Badeunglücken waren Juni, Juli und August.Männer verkennen Gefahren öfter10 der 14 Badetoten waren männlich. „Männer jeden Alters verunfallen weiterhin deutlich häufiger. Sie schätzen ihre körperliche Verfassung falsch ein, verkennen Gefahren öfter, handeln risikobereiter und gehen auch häufiger unter Alkoholeinfluss ins Wasser“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt.10 Menschen ertranken in Flüssen und vier in Seen. Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich in der Elbe. Sie bleibt das gefährlichste Gewässer Hamburgs, was Experten auf die starke Strömung und die unsichtbaren Gefahren zurückführen. Bei Hochwasser kann die Strömungsgeschwindigkeit bis zu sieben Kilometer pro Stunde erreichen. Besonders gefährlich sind die steilen Kanten der Fahrrinne, die sich teilweise in unmittelbarer Ufernähe befinden.Demografische Analyse der OpferDie Altersverteilung zeigt ein breites Spektrum: Das jüngste Opfer war ein 13-jähriger Jugendlicher, der im Stadtparksee ertrank. Das älteste Opfer war eine 88-jährige Frau, die im Februar in die Elbe gestürzt war. Die größte Altersgruppe bildeten Menschen zwischen 51 und 60 Jahren mit drei Toten, gefolgt von der Gruppe der über 81-Jährigen mit zwei Toten. Bei fünf Ertrunkenen war das Alter unbekannt.Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Besonders tragisch war der August mit fünf Ertrunkenen, während im Juni und Juli jeweils zwei Menschen ums Leben kamen. Die übrigen Unfälle verteilten sich gleichmäßig über das Jahr.Konkrete Einzelfälle 2025Mehrere Fälle verdeutlichen die Dramatik der Situation: Am 6. August wurde ein 13-jähriger Junge im Stadtparksee vermisst gemeldet und am folgenden Tag tot geborgen. Seine ordentlich gefaltete Kleidung wurde auf einer Parkbank gefunden.Ein besonders dramatischer Tag war der 31. August, als binnen 77 Minuten drei Menschen in verschiedenen Hamburger Gewässern untergingen. Eine 57-jährige Frau ertrank in der Alster, nachdem sie ihrer ins Wasser gefallenen Brille hinterhergesprungen war. Ein 40-jähriger Mann verschwand in der Elbe bei Blankenese, seine Leiche wurde vier Tage später geborgen. Ein 46-jähriger Mann ging im See Hinterm Horn in Allermöhe unter und wird noch immer vermisst.Im September ereigneten sich weitere tragische Fälle: Am 3. September ertrank ein Mann in der Außenalster nach auffälligem Verhalten, und am 4. September wurde eine weitere Leiche am Falkensteiner Ufer entdeckt.dfe, dpa