Irgendwann, kurz vor Schluss der TV-Übertragung des Großen Preises von Aserbaidschan, konnte der Regisseur nicht anders, er musste dem Publikum Max Verstappen zeigen. Der Formel-1-Weltmeister war früh aus dem Bild gerast und allen anderen davon, mit fast 20 Sekunden Vorsprung. Und wurde dann nicht mehr gesehen. Das macht der Niederländer neuerdings öfter, gerade zum zweiten Mal in Serie. Seit er verkündet hat, nicht mehr um den Titel zu fahren, tut er genau das. Völlig befreit vom Druck, und vom geschassten Red-Bull-Teamchef Christian Horner natürlich. Da tankt einer reichlich von der lange verloren geglaubten Leichtigkeit nach. „Es ging im Rennen nur darum, die Position zu halten und aufzupassen, dass nichts passiert. Max hat alles umgesetzt, was wir von ihm verlangt haben“, lobte Rennstallberater Helmut Marko. Verstappen motiviert seine Techniker, das Team motiviert ihn. Ein Adrenalin-geschwängertes Perpetuum mobile.
Nach den 51 einsamen Runden stand der Sieger wie eine Eins auf dem Rennwagen mit selbiger Nummer, streckte beide Arme ausgebreitet dem Himmel entgegen, den behelmten Kopf neigte er nach unten. Das lässt sich als Genugtuung deuten oder als Kampfansage, vermutlich ist es beides. Max Verstappen hat sieben Rennen vor Saisonende die Gegner genau da, wo er sie haben will: am Rande der größtmöglichen Verunsicherung. Aus dem prognostizierten Duell um den Titel zwischen den McLaren-Piloten Oscar Piastri und Lando Norris ist wieder ein Dreikampf geworden.









