Soll sie es wirklich machen? Soll sie mit 74 Jahren aus dem Fast-Ruhestand noch einmal auf die große politische Bühne zurückkehren? Helen Zille, die Grande Dame der südafrikanischen Politik, hat in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass ihr diese Entscheidung nicht leicht falle. Schließlich stehe nicht weniger als das wöchentliche „Adventure Date“ mit ihren Enkeln auf dem Spiel, die „größte Freude“ in ihrem Leben. Auch ihr Mann habe bereits klargestellt, dass er mit 82 keinen Umzug mehr mitmachen werde und in Kapstadt bleiben wolle, wo die Familie lebt.

Doch seit dem Wochenende weiß nun ganz Südafrika: Sie wird es trotzdem machen. Helen Zille – von ihren Fans als „Eiserne Lady Südafrikas“ verehrt, von ihren Gegnern als „Godzille“ geschmäht –will Bürgermeisterin von Johannesburg werden. Es ist das politische Comeback des Jahres in Südafrika. Und eine Bewerbung um einen der schwierigsten Jobs der Welt. Johannesburg, sagte Zille, als sie von ihrer Partei, der Democratic Alliance (DA), in Soweto offiziell als Kandidatin für die Wahl im kommenden Jahr präsentiert wurde, sei „Südafrikas erschütterndstes Beispiel dafür, was eine schlechte Regierung guten Menschen antun kann“.

Sie enthüllte einst den Mord am schwarzen Bürgerrechtler Steve Biko