Der Freistaat hat viele Gipfel. Längst finden sie sich nicht mehr nur in den Alpen, in der Fränkischen Schweiz oder im Bayerischen Wald – sondern überall dort, wo Markus Söder gerade ist. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Ministerpräsident unter anderem einen Auto-, Bau-, Rüstungs-, Film-, Mond- und zuletzt den Stromnetzgipfel ausgerufen, auf einem Digitalgipfel einen Preis verliehen sowie auf Wirtschaftsgipfeln am Tegernsee und in Passau gesprochen. Den Zugspitzgipfel hat er nicht ausgerichtet, ist aber hinaufgefahren. Weitet man den Blick übers letzte Jahr hinaus, lässt sich Söder mindestens ein Energie-, Wohnungs-, Wasser- und natürlich 2022 der G-7-Gipfel in Elmau zuschreiben. Dieser verleitete Söder damals zu dem Satz: „Bayern kann Gipfel.“ Heute weiß man: Das war anscheinend programmatisch gemeint.
In diesem Sinne sind die vielen Gipfel wohl als Auftakt zu noch mehr zu betrachten. Denn Themen gäbe es zuhauf. Und der Koalitionspartner schläft nicht, im FW-geführten Wirtschaftsministerium haben sie sich schon getraut, Wasserstoff- und Brauereigipfel auszurichten. Bevor es also Hubert Aiwanger macht, sollte es unter Söder-Führung unbedingt einen Bauerngipfel, einen Jagdgipfel und einen Waldgipfel geben. Um das Profil des Ministerpräsidenten weiter zu schärfen, wären außerdem ein Würstelgipfel und ein Star-Wars-Gipfel erforderlich. Die werden begriffsstutzige Journalisten von Elfenbeintürmchen aus wieder ins Lächerliche ziehen wollen. Für sie sind deshalb separate Gipfel in einfacher Sprache geplant.






