PfadnavigationHomeRegionalesHamburgNeue BildungspläneHamburg reformiert Kita-Ausbildung – mehr Praxis für 1300 NachwuchskräfteVeröffentlicht am 22.09.2025Lesedauer: 3 MinutenBundesweit werden Kita-Fachkräfte gesucht. Hamburg versucht mit einem neuen Modell die Ausbildung für die jungen Menschen attraktiver zu machen.Quelle: picture alliance/Zoonar/Robert KneschkeDeutschlandweit fehlen Erzieherinnen und Erzieher. Hamburg reagiert mit einer Reform: Lehrpläne werden überarbeitet, Praxisanteile steigen, ein Orientierungssemester kommt hinzu. Gelingt das Modell, könnte es auch für andere Bundesländer interessant werden.Kinder trösten, Konflikte lösen, Bildungsangebote gestalten – was früher oft erst im Beruf gelernt wurde, sollen angehende Kita-Fachkräfte in Hamburg künftig schon während der Ausbildung üben. Zum neuen Schuljahr starten mehr als 1300 Schülerinnen und Schüler in sozialpädagogischen Bildungsgängen mit Lehrplänen, die nach Angaben der Schulbehörde praxisnäher und moderner sein sollen. Ziel ist es, die Ausbildung stärker an den Anforderungen des Berufs auszurichten.Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD), die seit dieser Legislatur auch neu für Hamburgs mehr als 1100 Kitas zuständig ist, besuchte am Montag eine der Schulen, an denen die neuen Bildungspläne greifen. Ein Heimspiel für die 47-Jährige: Bis zu ihrem Amtsantritt als Senatorin unterrichtete sie selbst als Berufsschullehrerin an eben jener Fachschule für Sozialpädagogik, dem Fröbelseminar in Barmbek.Lesen Sie auch„Bildung beginnt nicht erst in der Schule“, sagte Bekeris. „In den Kitas legen wir den Grundstein für die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder.“ Deshalb sei es so wichtig, dass die sozialpädagogischen Schulen in Hamburg zuverlässig und mit hoher Qualität für gut ausgebildete Fachkräfte sorgten.Die neuen Pläne greifen Themen auf, die in Kitas zunehmend wichtig sind: Inklusion, Partizipation, Sprachförderung, Medienkompetenz und Demokratiebildung. Auch Nachhaltigkeit soll künftig eine größere Rolle spielen. Für bestimmte Jugendliche wird vor dem eigentlichen Ausbildungsstart ein Orientierungssemester verpflichtend, in dem sie viel Zeit in einer Kindertageseinrichtung verbringen. Es soll ihnen helfen, sich im Berufsfeld zurechtzufinden und den Übergang in die eigentliche Ausbildung zu erleichtern. Die Behörde erhofft sich davon auch weniger Ausbildungsabbrüche.Der Unterricht selbst soll sich dabei zunehmend verändern. Theorie und Praxis sollen enger zusammenrücken. Künftig orientieren sich die Aufgaben stärker an Situationen aus dem Kita-Alltag – etwa an Konflikten in der Gruppe oder an der Planung von Projekten. „Unsere Lernenden erleben den Unterricht nun als aktive Auseinandersetzung mit realen beruflichen Herausforderungen“, sagte Birga Wendland, Leiterin des Fröbelseminars anlässlich des Senatorinnenbesuchs. Die stärkere Einbindung der Praxiseinrichtungen sei ein besonderer Gewinn.Lesen Sie auchAn den vier staatlichen sozialpädagogischen Schulen lernen derzeit rund 4.500 angehende Fachkräfte, hinzu kommen mehr als 300 Anfängerinnen und Anfänger an nicht-staatlichen Einrichtungen. Mit den neuen Lehrplänen will Hamburg die Ausbildung attraktiver machen und dem Fachkräftemangel in Kitas entgegenwirken.Auch an den übrigen Berufsschulen der Stadt hat das neue Schuljahr begonnen: Rund 45.570 Schülerinnen und Schüler sowie 2.380 Lehrkräfte sind an den 29 staatlichen berufsbildenden Schulen gestartet. Damit liegt die Schülerzahl weiter unterr den Rekordwerten von Ende der 2010er-Jahre. „Von dem starken Einbruch während der Corona-Pandemie hat sich der Ausbildungsmarkt in Hamburg nicht vollständig erholt“, sagte Bildungssenatorin Bekeris. Vor der Corona-Pandemie besuchten noch rund 52.000 Schülerinnen und Schüler die staatlichen berufsbildenden Schulen. Neben der Reform der Kita-Ausbildung gibt es weitere Neuerungen. So entsteht die neue Berufliche Schule für Wirtschaft und Internationales Hamburg (BS 05) durch die Fusion zweier bestehender Schulen. Außerdem startet ein Pilotprojekt für Abiturientinnen und Abiturienten im Einzelhandel. Ein weiteres Projekt: 25 Jugendliche aus Kirgistan und Indien beginnen ihre Pflegeausbildung in Hamburg, um dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken.juve
Neue Bildungspläne: Hamburg reformiert Kita-Ausbildung – mehr Praxis für 1300 Nachwuchskräfte - WELT
Deutschlandweit fehlen Erzieherinnen und Erzieher. Hamburg reagiert mit einer Reform: Lehrpläne werden überarbeitet, Praxisanteile steigen, ein Orientierungssemester kommt hinzu. Gelingt das Modell, könnte es auch für andere Bundesländer interessant werden.






