„Samstag können Bier und Schweiß um die Wette fließen“, so die Prognose zum Wiesnauftakt von Dirk Mewes, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in München. Knapp über 30 Grad sagen die Modelle für den Anzapftag voraus. Rekordverdächtig: Überschreitet die Temperatur tatsächlich den bisherigen Spitzenwert von 29,7 Grad, gemessen am 22. September 1993, wird der Samstag der heißeste Wiesntag seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

Die begann für München 1879 und damit 69 Jahre nach dem ersten Oktoberfest. Was lässt sich seitdem über das „typische Wiesnwetter“ sagen? Der Deutsche Wetterdienst hat für die Süddeutsche Zeitung die Wiesnwetterdaten ausgewertet. Sie zeigen: Das Wetter meint es meist gut mit dem weltweit größten Volksfest, mit ein paar Einschränkungen.

Etwa dem Eröffnungstag. Das Wetter ist dem Klischee nach schlecht an dem Tag, an dem die Welt mitzählt, wie viele Schläge der Münchner Oberbürgermeister beim Anzapfen braucht. Tatsächlich hat die Wetterstation München Mitte seit dem Jahr 2000 an 14 von 23 Auftakttagen Regen gemessen. Auch zum Wiedersehen nach der zweijährigen Corona-Pause fielen 2022 knapp acht Liter Regen pro Quadratmeter Festgelände. Die jüngere Geschichte bricht aber mit dem Trend: Wie schon 2023 und 2024 bleibt es dieses Jahr trocken zum Anzapfen, so die Prognose.