Es begann mit einer Babywippe. Sie war hellblau und stand circa sechs Wochen vor der Geburt unserer Tochter in der Küche. Immer wenn ich durch die Wohnung lief, vorbei an Tüten voller Strampler/Still-BHs/Babyschalen, die Freunde vorbeibrachten oder per Post schickten und bei deren Anblick mich stumme Panik ergriff, weil ich nicht wusste, wie man ein Baby anzieht/ernährt/transportiert, ließ die reine Anwesenheit der Wippe mich runterkommen. Es war, als blickte man an einem windigen Tag auf den Ozean, und wenn es ganz still war und ich niemand anderen in der Wohnung wähnte, hörte ich die Wippe zu mir sprechen: Alles wird gut, sagte sie, wir schaukeln das. Obwohl sie es natürlich war, die die Sache schaukelte, jedenfalls die sieben-, achtmal, die meine Tochter de facto in ihr saß, schaukelte sie die Sache so was von.

Ich habe keine Ahnung, wo die Wippe sich heute befindet, es ist mir auch egal. Sie bleibt jedoch mein Initiationsobjekt, weil sie alles in ein Davor und ein Danach teilt. Vor ihr kaufte ich mir ab und zu eine neue Jeans und heuchelte Konsumkritik, nach ihr begann ich schamlos mit Daueronlineshopping, und ein ganzes Universum aus Plastik und Grüffelos mit Zahnfehlstellungen öffnete sich mir.