In der 77. Minute produzierte Bayer Leverkusen eine Szene, die einer Fußballmannschaft als Arroganz, Überheblichkeit, Unkonzentriertheit oder alles gleichzeitig ausgelegt wird. Und bei genauer Durchsicht des Bildmaterials können nicht alle Anklagepunkte ausgeräumt werden. Der Angreifer Claudio Echeverri jedenfalls bekam kurz hinter der Mittellinie den Ball, was laut Lehrbuch ein Ort ist, an dem weder Wagemut noch Kunststückchen erwünscht sind. Echeverri allerdings ließ sich zu einer Leichtfertigkeit hinreißen, beim Stand von 1:1 zum Champions League-Auftakt beim FC Kopenhagen. Der Argentinier versuchte sich an einem Hackentrick, der sogar ganz schick ausgesehen hätte, wenn ... ja, wenn der Ball nicht an Mitspielern und Gegenspielern vorbei geradewegs ins Seitenaus gerollt wäre.

Echeverri winkte ab. Einige Leverkusener Spieler winkten ebenfalls ab. Und Kasper Hjulmand, seit einer Woche Trainer der Werkself, schüttelte den Kopf. In einem lockeren Kneipengespräch wäre der Urheber der Aktion einfach nur gefragt worden: Dein Ernst, Claudio?!

Kaspar Hjulmand in Leverkusen

„Ich war nicht auf dem Markt“

Ganz einfach war die Einigung zwischen Kasper Hjulmand und Bayer Leverkusen nicht. Schon öfter hatte der Klub beim Dänen angefragt. Nun hat es geklappt – und der 53-Jährige steht direkt unter Zeitdruck.