Worum geht es genau bei diesem Bürgerentscheid?Die Frage, die den Münchnerinnen und Münchnern gestellt wird, lautet: „Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt München um Olympische und Paralympische Sommerspiele bewirbt, die entweder im Jahr 2036, 2040 oder 2044 stattfinden?“ Es kann nur mit „Ja“ oder „Nein“ geantwortet werden.Warum werden drei Jahre zur Auswahl gestellt?Olympische Spiele werden vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vergeben und in einem Vier-Jahres-Turnus abgehalten. Die nächsten Sommerspiele finden 2028 in Los Angeles und 2032 in Brisbane statt – 2036, 2040 und 2044 sind die nächsten freien Termine.Warum werden die Briefwahlunterlagen gleich mitgeschickt?Dass alle Stimmberechtigten automatisch Briefwahlunterlagen erhalten und diese nicht wie sonst bei Wahlen üblich erst beantragen müssen, legt die Satzung zur Durchführung von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden fest. Die ist vom Stadtrat am 9. Juni 2021 verabschiedet worden. Während der Corona-Pandemie wollte man so sicherstellen, dass alle Menschen ohne weitere Umstände an einer Abstimmung teilnehmen können. Die Satzung ist nach der Aufhebung aller Corona-Beschränkungen nicht geändert worden, also weiterhin gültig.Wer darf abstimmen?Stimmberechtigt sind alle Bürger und Bürgerinnen der Europäischen Union (EU), die am 26. Oktober mindestens 18 Jahre alt und seit mindestens zwei Monaten mit ihrem Hauptwohnsitz in München gemeldet sind. Insgesamt sind das rund 1,1 Millionen Menschen.Wo findet die Abstimmung statt?Wer nicht vorher per Brief wählt, kann seine Stimme am 26. Oktober in einem der 106 Wahlräume abgeben, die über die ganze Stadt verteilt sind. Mitzubringen sind der Abstimmungsschein und ein gültiger Ausweis. Die genauen Adressen der Wahllokale werden Ende September im Internet auf der Homepage der Stadt (www.muenchen.de) veröffentlicht.Olympia-Bewerbung:Ein Stadion in Woolloongabba als Warnung für Münchens Olympia-PläneBrisbane, Olympia-Ausrichter im Jahr 2032, warb ebenfalls mit einem nachhaltigen Bewerbungskonzept. Nun wird an Australiens Ostküste doch ein neues Stadion gebaut. Was das für die Olympia-Abstimmung im Oktober bedeutet.Um sicherzustellen, dass Wahlbriefe rechtzeitig beim Wahlamt ankommen, sollten diese spätestens am Dienstag, 21. Oktober, in einen gelben Briefkasten der Deutschen Post eingeworfen werden. Wahlbriefe können außerdem in die Behördenbriefkästen am Rathaus und beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) in der Ruppertstraße geworfen werden. Am Wahltag selbst können die Wahlbriefe bis 18 Uhr auch an Sonderabgabestellen abgegeben werden, die das Wahlamt noch bekanntgibt.Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht bis zum Sonntag, 5. Oktober per Post erhalten hat, wendet sich am besten direkt ans Wahlamt. Dort ist eine Hotline eingerichtet unter der Telefonnummer 089/233-96233.Wann ist der Bürgerentscheid gültig?Bei Bürgerentscheiden muss ein sogenanntes Quorum erfüllt sein, also eine bestimmte Zahl von gültigen Stimmen erreicht werden. Dieses Quorum ist festgelegt auf mindestens zehn Prozent aller Stimmberechtigten, im aktuellen Fall also rund 110 000.Am Bürgerentscheid zur Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 nahmen im November 2013 insgesamt 310 305 Menschen teil, eine Wahlbeteiligung von knapp 29 Prozent. Für das Quorum waren 107 323 gültige Stimmen nötig. Seinerzeit stimmten 148 479 Menschen mit „Ja“, das waren 47,8 Prozent. 161 826 Münchnerinnen und Münchner waren dagegen, das war eine Mehrheit von 52,2 Prozent.Wie geht es nach dem Bürgerentscheid weiter?Wenn die Mehrheit gegen die Bewerbung stimmt, hat sich das Thema erledigt. Ist eine Mehrheit dafür, bedeutet das nur, dass München im Rennen um eine Bewerbung bleibt.Denn beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) haben sich weitere Interessenten für eine Olympia-Ausrichtung gemeldet: Berlin, Hamburg und das Rhein-Ruhr-Gebiet. Mit welchem Kandidaten der DOSB in die internationale Auslese beim IOC startet, wird erst in einem Jahr entschieden – auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im September 2026. Ob nur ein ausgesuchter Kandidat vorgeschlagen wird oder alle verbliebenen Bewerber zur Wahl gestellt werden, ist offen.Olympia-Bewerbung:So stehen Münchens Chancen, die Spiele zu bekommenDie Stadt will Olympia, doch der Weg dahin hält Herausforderungen bereit: Bürgerbefragungen, die nationale Konkurrenz – und bei der Vergabe selbst kommt es auf ganz andere Dinge an als das beste Konzept.Noch bis Ende September prüft der DOSB erst einmal alle Konzepte auf ihre Tauglichkeit; am 6. Dezember werden sie dann den Sportfachverbänden vorgestellt. Dabei sollen sie auch über das weitere Prozedere informiert werden, zum Beispiel von wem und nach welchen Kriterien die Konzepte im nächsten Sommer evaluiert werden. Zuletzt gab es Irritationen, ob dafür ein Gremium eingerichtet wird und wie dieses zusammengesetzt sein soll.Zum Bewerbungsprozess gehört auch, dass der DOSB den Bewerbern die Gelegenheit gibt, sich des Rückhalts der Bevölkerung zu versichern. Bis Ende Juni 2026 räumt der DOSB dafür Zeit ein. Hamburg und die Rhein-Ruhr-Region planen solche Bürgerreferenden, als Termine stehen der 31. Mai beziehungsweise der 19. April im Raum. Berlin hat nicht vor, seine Bürger vor eine Wahl zu stellen.Wenn der DOSB den Bewerbern so lange Zeit lässt, um ein Bürgervotum einzuholen, warum werden die Münchner dann schon jetzt zur Abstimmung gebeten?Der Zeitpunkt ist mit dem Wahlamt abgestimmt, und das lehnte Termine ab, die in die Vorbereitungsphase für die Kommunalwahlen am 8. März 2026 fallen. Dafür gebe es nicht genug Personal, hieß es. Man darf annehmen, dass es auch den Parteien recht war, das Thema Olympia aus dem Kommunalwahlkampf herauszuhalten.Nachdem ein Termin deutlich nach der Kommunalwahl zu spät gewesen wäre und man die Bürger nicht zur Weihnachtszeit befragen wollte, blieb als Zeitfenster nur dieser Herbst. Der Termin sollte aber auch nicht während der Wiesn sein und nicht am Sonntag des München-Marathons (12. Oktober), weil dann die Zugänge zu den Wahlräumen nicht gewährleistet sind.Welche Gruppen unterstützen die Bewerbung und welche sind dagegen?In der Politik gibt es eine breite Unterstützung. Bayerns Staatsregierung steht hinter dem Projekt, die Mehrheit des Landtags und des Münchner Stadtrats ebenfalls. Hauptargument der Befürworter ist, dass bei einem Zuschlag für Olympia so viele Bundes- und Landesmittel in die Stadt fließen, dass drängende Infrastruktur-Projekte umgesetzt werden können: Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs durch die U4, U5 und U9 zum Beispiel. Oder neue Wohnungen durch die Nachnutzung des olympischen Dorfes.Im Bündnis „NOlympia“ haben sich vorwiegend kleinere Parteien organisiert: die Linke, die ÖDP oder die Neugründung Mera 25. Zudem machen der Bund Naturschutz in Bayern mit, der Bund Münchner Bürgerinitiativen, der Verkehrsclub Deutschland und die globalisierungskritische Attac. Ihre wesentlichen Befürchtungen: unkalkulierbare Kosten, Mietsteigerungen, Zerstörung von Umwelt und Natur. Gerade in Zeiten knapper Haushaltskassen in München, aber auch in Bayern halten sie das finanzielle Risiko für zu groß.