PfadnavigationHomePanoramaGeschäft in Flensburg„Juden haben hier Hausverbot“ – Empörung über antisemitisches PlakatVeröffentlicht am 18.09.2025Lesedauer: 3 MinutenEin Schild in einem Schaufenster in Flensburg sorgt für Fassungslosigkeit. Auf dem Schild steht „Juden haben hier Hausverbot“. „Antisemitismus darf nicht unwidersprochen bleiben“, sagt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein.In Flensburg löst ein Schaufenster-Plakat mit der Aufschrift „Juden haben hier Hausverbot“ Kritik aus. Lokalpolitiker verurteilen den Vorfall scharf, der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein spricht von „Antisemitismus in Reinform“.In Flensburg sorgt ein antisemitisches Plakat für Entsetzen. „JUDEN haben hier Hausverbot!!!!“ steht auf dem A4-Blatt in einem Schaufenster im Stadtteil Duburg. Darunter in kleinerer Schrift: „Nichts Persönliches, kein Antisemitismus, kann euch nur nicht ausstehen“.Wie der „Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag“ („SHZ“) berichtet, stammt das Plakat vom Ladenbesitzer R. selbst. Demnach steht der 60-Jährige zu seiner Aktion und weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück. Er führt die Angriffe Israels im Gaza-Streifen an, um sich zu rechtfertigen. „In Israel leben nun mal Juden, und ich kann ja nicht unterscheiden, wer für die Angriffe oder dagegen ist“, wird R. zitiert. Für ihn sind die Angriffe „Heuchelei“. „Die sagen immer, Geschichte dürfe sich nicht wiederholen, machen es dann aber selbst.“Für den Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, ist die Sachlage eindeutig. „Das ist Antisemitismus in Reinform, und natürlich gibt es da direkte Bezüge auf die NS-Zeit, wo Juden boykottiert wurden, wo es vielfach solche Schilder gab“, sagte er im Interview mit WELT TV. Das dürfe in keiner Weise hingenommen werden.Lesen Sie auchNeben Bewohnern reagiert auch die Flensburger Politik empört. Kurz nach Bekanntwerden des Zettels meldeten sich die Grünen zu Wort. „Der Kreisverband des Flensburger Grünen verurteilt das antisemitische Schild in einem Schaufenster eines Ladengeschäftes auf das Schärfste“, teilte die Partei mit. Die Kreisvorsitzende der Grünen, Annabell Pescher, forderte schnelles Handeln. „Wir erwarten, dass die zuständigen Behörden den Vorfall umgehend prüfen und verfolgen. Solche antisemitischen Provokationen dürfen nicht hingenommen werden.“ Flensburg ehemalige Oberbürgermeisterin Simone Lange ist bereits tätig geworden. „Ich war heute auf dem 1. Polizeirevier und habe den Vorfall angezeigt“, schrieb sie auf Facebook. Nach Angaben der Polizei von Donnerstag wurden bereits mehrere Strafanzeigen von Bürgern gestellt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Straftatbestand erfüllt ist. Lesen Sie auchFür die Anzeigen bedankte sich Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Sie erwarte eine konsequente Reaktion der Behörden, sagte sie dem „SHZ“. Und weiter: „Wer Antisemitismus äußert und rechtfertigt, stellt sich gegen alles, wofür unser demokratisches Miteinander steht.“ Die ehemalige schleswig-holsteinische Bildungsministerin hat jüdische Vorfahren. „Wir stehen fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft. Es darf keinen Zweifel geben: Antisemitismus nehmen wir nicht hin – nicht in Flensburg, nicht in Deutschland und nirgends auf der Welt“, sagte Prien.Auch Klein bewertete die Anzeigen als ein gutes Zeichen. „Ich begrüße es sehr, dass es Anzeigen gegeben hat“, sagte er. „Wir müssen wirklich zeigen, dass wir Antisemitismus nicht hinnehmen.“Der Flensburger SPD-Landtagsabgeordnete Kianusch Stender betonte, „wir sind eine offene, bunte Stadt, die allein schon aus ihrer historischen Verantwortung heraus die Pflicht hat, sich immer und überall gegen Antisemitismus zu engagieren.“Mittlerweile hängt das antisemitische Schild im Laden, nachdem die Polizei am Mittwochabend in dem Geschäft war, wie der Ladenbesitzer WELT sagte. Es handelt sich um einen Trödelhändler, in dem unter anderem Gothic-Artikel und gebrauchte Bücher verkauft werden.jm mit dpa
Flensburg: „Juden haben hier Hausverbot“ – Empörung über antisemitisches Plakat in Flensburg - WELT
In Flensburg löst ein Schaufenster-Plakat mit der Aufschrift „Juden haben hier Hausverbot“ Kritik aus. Lokalpolitiker verurteilen den Vorfall scharf, der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein spricht von „Antisemitismus in Reinform“.











