Wer noch Zweifel daran hatte, dass die politische Polarisierung in den Vereinigten Staaten von zwei Seiten ausgeht, wurde durch das Attentat auf Charlie Kirk eines Besseren belehrt. Die Universität als Tatort sagt noch nichts über den Tathintergrund aus. Wie die Ermordung des weit rechts angesiedelten Influencers in sozialen Medien gefeiert wurde, war dann aber ganz unabhängig davon, wie man Kirk bewertet, ein Anzeichen von Verrohung auch aufseiten seiner Gegner. Der Regierung Trump gibt dies einen Vorwand, ihren Kampf gegen die Universitäten, die in ihren Augen Kaderschmieden linker Ideologie sind, mit unverminderter Härte fortzuführen. Die Universität Harvard, die mit ihrer Klage gegen die Regierung zum Symbol des Widerstands geworden ist, wird sich wappnen müssen. Erst kürzlich hatte sie vor Gericht einen Sieg erzielt, der ihr eine Atempause verschafft. Die Bezirksrichterin Allison Burroughs hatte die Streichung von mehr als zwei Milliarden Dollar Forschungsgeldern durch die Regierung Anfang September für rechtswidrig erklärt.