Berlin. Die FDP hatte schon mal leichtere Zeiten. Die Neuausrichtung nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag stockt, auch bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen (NRW) fuhren die Liberalen herbe Verluste ein. Intern werden Stimmen laut, die Richtung, Ton und Tempo der neuen Parteispitze kritisieren.„Die FDP verliert sich zu sehr in Selbstbeschäftigung – in neuen Strukturen und der Arbeit an einem Grundsatzprogramm –, statt sichtbar Politik zu machen“, sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki dem Handelsblatt.Die Liberalen holten bei den Kommunalwahlen an Rhein und Ruhr nur 3,7 Prozent statt 5,6 Prozent wie fünf Jahre zuvor. Bei den Bundestagswahlen verpassten sie knapp den Wiedereinzug ins Parlament, Christian Lindner trat als Parteivorsitzender zurück – und auch in den Umfragen für die Landtagswahlen im nächsten Jahr sieht es für die FDP derzeit nicht allzu gut aus.
Der Kraftaufwand, um wieder wahr- und ernst genommen zu werden, ist so groß, dass er mit den aktuellen Ressourcen kaum zu leisten ist. Wolfgang KubickiKubicki macht die Bundespartei mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden beim ersten Stimmungstest nach den Bundestagswahlen. Er beschreibt die Lage an der Basis so: „Viele fühlen sich nicht mehr vertreten, vor allem nach den schwachen Ergebnissen in NRW. Kommunale Wahlkämpfer hatten nach der Wahl den Eindruck, dass aus Berlin zu wenig Sichtbarkeit kommt, was sie demotiviert.“







