PfadnavigationHomeSportFußballBundesligaFC Bayern MünchenNiederlage in München„Müssen Sie für eine Rote Karte Blut sehen?“ – Chelsea klagt anVeröffentlicht am 19.09.2025Lesedauer: 4 MinutenDer FC Bayern startet mit einem 3:1-Sieg gegen Chelsea erfolgreich in die Champions League. Harry Kane glänzt mit zwei Toren, Kapitän Neuer feiert seinen 100. Sieg.Nach dem Auftaktsieg des FC Bayern in der Champions League drehen sich die Diskussionen um einen Zweikampf zwischen Jonathan Tah und Chelsea-Stürmer João Pedro. Die Londoner beklagen eine angebliche Fehlentscheidung, die Münchner widersprechen.War das Rot? Ein intensiver Zweikampf zwischen Nationalspieler Jonathan Tah und Chelseas Angreifer João Pedro erregte auch nach dem 3:1 (2:1) des FC Bayern München zum Auftakt der Champions League die Gemüter – vor allem natürlich der Verlierer aus England. Der vermeintliche Übeltäter Tah aber winkte nach der Partie ab, als er auf die Szene angesprochen wurde. „Wenn ich ihn im Gesicht treffe, sage ich ja. Aber so? Die Gelbe Karte konnte ich nachvollziehen, das war richtig“, sagte der 29-Jährige.Unmittelbar vor dem 1:2-Anschlusstor von Chelsea durch Cole Palmer nach einer halben Stunde war es auf Höhe des Mittelkreises zum Zweikampf gekommen. João Pedro zog Tah in der Konterbewegung am Trikot. Der Arm des Münchner Innenverteidigers schwang in Richtung des Oberkörpers des Brasilianers. Der Angreifer blieb am Boden liegen. Tah wird zur Pause ausgewechseltTah sah Gelb. Und auch Chelsea-Trainer Enzo Maresca wurde vom Schiedsrichter verwarnt, weil er sich an der Seitenlinie vehement beschwert hatte. Auch nach dem Spiel erregte sich der Italiener noch. „Müssen Sie für eine Rote Karte Blut sehen?“, fragte er. Für ihn war es ein klarer Schlag von Tah.Bayern-Coach Vincent Kompany deutete die Szene komplett anders. Für ihn war es ein Foul des Chelsea-Spielers. Tah habe diesen nur loswerden wollen. „Ich dachte, dass sein Trikot gezogen wurde und er (Tah) versucht hat, sich zu befreien. Meiner Meinung nach ist es kein großes Thema, über das wir reden müssten“, befand Kompany nach dem Spiel.Der Trainer freute sich vielmehr über den gelungenen Start in die Champions League. Ein Eigentor von Chelsea-Verteidiger Trevoh Chalobah (21. Minute) und ein verwandelter Foulelfmeter von Harry Kane (27.) hatten seine Mannschaft in Führung gebracht. Kane legte im sechsten Pflichtspiel der Saison mit Tor Nummer zehn nach (63.). Den verwarnten und auch nicht souverän verteidigenden Tah wechselte Kompany zur Pause aus. „Man mag es nicht, aber ich kann es nachvollziehen“, sagte Tah zu der „gelbbedingten“ Vorsichtsmaßnahme.Einen deutlich größeren Aufreger gab es zum Auftakt der Königsklasse auf englischem Boden. Der FC Liverpool blieb sich dabei treu und machte auch in der Champions League FC-Liverpool-Sachen. Die Reds lieferten gegen Atletico Madrid kein gutes Spiel ab, gewannen aber trotzdem. Wie schon in der Premier League gegen Newcastle und Burnley traf Liverpool in der Nachspielzeit und entschied so das Spiel. Virgil van Dijk köpfte sein Team in der 92. Minute zum 3:2-Sieg gegen die Spanier.Diego Simeone fliegt vom PlatzNach dem Tor kam es an der Seitenlinie zu tumultartigen Szenen. Im Mittelpunkt: Atletico-Trainer Diego Simeone. Der Argentinier war nach dem Gegentor außer sich und stürmte in Richtung Tribüne hinter seiner Trainerbank. Sicherheitsleute und Atletico-Betreuer mussten den 55-Jährigen zurückhalten, damit er nicht auf einen Liverpool-Fan losgeht, der ihn offensichtlich während des Spiels durchgängig beleidigt hatte.„Sie reden immer davon, das Spektakel zu schützen. Aber sie beleidigen einen das ganze Spiel über von hinten, und ich darf nichts sagen, weil ich der Trainer bin. Wir Trainer haben kein Recht, keine Möglichkeit zu antworten oder zu reagieren. Und es ist nie gut, wenn wir es doch tun“, sagte Simeone. Die Trainer stünden auf der Bühne und damit im Fokus: „Wir müssen uns anständig benehmen.“ Er verglich den Vorgang mit dem Kampf gegen Rassismus. Es sei nicht leicht, das ganze Spiel über beleidigt zu werden: „Auch wir können wütend werden.“Simeone gestand nach dem Spiel ein, dass sein Verhalten falsch gewesen sei: „Meine Reaktion auf die Beleidigung ist nicht zu rechtfertigen, aber du weißt nicht, wie es ist, 90 Minuten lang ununterbrochen beleidigt zu werden. Ich habe reagiert, weil ich ein Mensch bin.“Schiedsrichter Maurizio Mariani hatte Simeone nach dessen Ausraster die Rote Karte gezeigt. Der Atletico-Trainer musste kurz vor dem Abpfiff den Innenraum des Stadions verlassen. Zuvor hatte es zwischen Simeone und dem Unparteiischen noch einen versöhnlichen Handschlag gegeben. Simeone wollte nicht sagen, welche Beleidigungen er während des Spiels über sich ergehen lassen musste: „Ich möchte mich nicht auf diese Diskussion einlassen und muss an meinem Platz bleiben. Ich weiß, was hinter der Trainerbank vor sich ging. Ich kann die Probleme der Gesellschaft nicht in einer Pressekonferenz lösen.“lwö