PfadnavigationHomePolitikAuslandArtikeltyp:LivetickerUkraine-KriegDänemark kauft erstmals Langstrecken-Präzisionswaffen – Russland spricht von „Wahnsinn“Veröffentlicht am 18.09.2025Lesedauer: 6 MinutenBei einem russischen Gleitbombenangriff in Cherson wurden mehrere Menschen verletzt, auch ein dreijähriges Mädchen. Unterdessen kauft Dänemark erstmals Langstrecken-Präzisionswaffen. Kiew-Korrespondent Christoph Wanner fasst die aktuellen Entwicklungen zusammen.Aufrüsten, um abzuschrecken: Dänemark möchte sich eigene Präzisionswaffen beschaffen, die auch feindliche Ziele weit fernab der eigenen Grenzen erreichen könnten. Eine neue Studie beschreibt die ungleiche Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang. Mehr im Liveticker.Die Kämpfe in der Ukraine gehen weiter, ein Friedensschluss ist nicht in Sicht. Europäische Staaten wie Dänemark rüsten ihr Militär angesichts der russischen Bedrohung auf.Alle Ereignisse zum Ukraine-Krieg im Liveticker:01:57 Uhr – Luftschutzalarm in Kiew: Drohnenteile fallen auf mehrere BezirkeIn der ukrainischen Hauptstadt Kiew heulten kurz nach Mitternacht die Alarmsirenen. Der Leiter der Militärverwaltung der Stadt, Tymur Tkatschenko, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, das Oberleitungsnetz für Busse sei von den Trümmern einer abgeschossenen russischen Drohne beschädigt worden. Trümmerteile seien an mehreren Orten, unter anderem auf einer Straße im zentralen Bezirk Schewtschenkiwskyj, gefallen. Verletzte gebe es nach ersten Berichten nicht. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, auch in einem anderen Bezirk seien Drohnenteile niedergegangen. Donnerstag, 18. September:22:08 Uhr – Ukraine will russischen Drohnen viele Abfangdrohnen entgegensetzenDie Ukraine will in Kürze bei weiteren großen russischen Drohnenangriffe auch Hunderte von Abwehrdrohnen einsetzen. Das kündigte Verteidigungsminister Denys Schmyhal bei einer Pressekonferenz mit seinem polnischen Kollegen Wladyslaw Kosiniak-Kamysz an. Wenn Russland, wie bereits geschehen, bis zu 800 Drohnen in einer Nacht gegen die Ukraine einsetze, müsse darauf „mit nicht weniger als 1.000 Abfangdrohnen“ reagiert werden. „Dieses Niveau werden wir erreichen“, sagte Schmyhal. Allerdings könne er nicht sagen, wann die Ukraine derartige Mengen an Drohnen einsetzen könne, fügte er hinzu. Das Problem liege nicht bei Produktionskapazitäten, sondern vielmehr bei der Steuerung der Abwehrdrohnen vom Boden aus.13:20 Uhr – Ukraine greift erneut Raffinerien in Russland mit Drohnen anDie Ukraine hat Raffinerien in zwei russischen Regionen nahe der Wolga mit Drohnen angegriffen. In der Nacht sei die Millionenstadt Wolgograd beschossen worden, teilte Gouverneur Andrej Botscharow mit. Seinen Angaben nach gab es lediglich geringere Schäden an einigen Wohnhäusern wegen herabfallender Drohnentrümmer. Das ukrainische Militär hingegen spricht von einem Treffer in der dortigen Raffinerie. „Vorläufigen Informationen nach wurde die Arbeit der Raffinerie gestoppt“, teilten die Spezialkräfte der ukrainischen Armee bei Telegram mit. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Die Raffinerie in Wolgograd gilt als eine der größten Ölverarbeitungsanlagen Russlands und wurde bereits in der Vergangenheit bei Angriffen beschädigt. 12:22 Uhr – Schaden an Haus in Polen: Wahrscheinlich war es eine RaketeEin in Polen nach dem Eindringen russischer Drohnen beschädigtes Haus ist nach Regierungsangaben höchstwahrscheinlich von der Rakete eines westlichen Kampfjets getroffen worden. „Alles deutet darauf hin, dass das eine Rakete war, die von unserem Flugzeug bei der Verteidigung Polens abgefeuert wurde“, sagte der Koordinator der polnischen Geheimdienste, Tomasz Siemoniak, in Warschau. Man müsse aber die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen abwarten, um sicherzugehen.09:42 Uhr – Ukraine: Russland greift Bahninfrastruktur in Poltawa anRussische Angriffe in der zentralukrainischen Region Poltawa haben örtlichen Angaben zufolge Stromausfälle und Störungen im Bahnverkehr verursacht. Zudem seien fünf Menschen verletzt worden, vier davon bei einem Drohnenangriff auf eine Tankstelle, teilen die Rettungsdienste mit. Auch die Bahninfrastruktur wurde getroffen, wie Regionalgouverneur Wolodymyr Kohut auf dem Kurznachrichtendienst Telegram schreibt. Nach Angaben der staatlichen Eisenbahn kommt es zu Störungen und Zugverspätungen von bis zu drei Stunden. 07:05 Uhr – Dänemark kauft erstmals Langstrecken-Präzisionswaffen – Russland spricht von „Wahnsinn“Dänemark will angesichts der Bedrohung durch Russland erstmals Langstrecken-Präzisionswaffen kaufen. Die Beschaffung der Waffen sei ein „Paradigmenwechsel in der dänischen Verteidigungspolitik“, sagte Regierungschefin Mette Frederiksen. Der russische Botschafter in Dänemark bezeichnete die Pläne als „schieren Wahnsinn“. Genauere Angaben etwa zum Typ der Waffen, zum Zeithorizont und zu den erwarteten Kosten machte die Regierung nicht.Russland werde auf Jahre hinaus die Sicherheit in Dänemark und ganz Europa bedrohen. Mit dem Kauf der Langstrecken-Präzisionswaffen solle eine „glaubwürdige Abschreckung“ erreicht werden, sagte Frederiksen. Die dänische Armee solle in die Lage versetzt werden, „Ziele in großer Entfernung zu treffen und beispielsweise die Bedrohung durch feindliche Raketen zu neutralisieren“. Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen erklärte, Dänemark plane den Kauf von Drohnen oder Raketen, die einige Nato-Verbündete bereits besitzen oder gerade anschaffen. Sein Ministerium werde nun prüfen, welche Waffen für die Bedürfnisse des Landes am besten geeignet seien.03:05 Uhr – Studie: Ungleiche Kooperation zwischen Moskau und PjöngjangLaut einer Studie hat die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea die zunehmend ungleichen Machtverhältnisse zwischen den zwei Staaten offengelegt. „Während Nordkorea Russland mit großen Mengen an Waffen, Munition und Personal versorgt hat, war die Gegenleistung Moskaus vergleichsweise begrenzt und hatte keine sichtbaren Auswirkungen auf die nordkoreanische Wirtschaft“, heißt es in der Publikation „Ungleiche Partnerschaft“ der Friedrich-Naumann-Stiftung. Darin schätzt die Autorin Olena Guseinova von der Hankuk Universität für Fremdsprachen in Seoul, dass Nordkorea seit 2023 Waffen im Wert von mindestens 5,6 Milliarden US-Dollar sowie rund 15.000 Soldaten zur russischen Unterstützung im Ukraine-Krieg entsandt hat. Die Gegenleistungen beziffert die Studienautorin auf etwa 450 Millionen bis maximal 1,2 Milliarden US-Dollar. Guseinova beruft sich in ihrer Analyse auf offiziellen Regierungsangaben, Geheimdienstbriefings sowie frei verfügbaren Daten (OSINT).01:46 Uhr – Russland: Ukrainische Drohne tötet Autofahrer in BelgorodBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod ist nach Angaben der Behörden ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden. Dies teilte der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, auf Telegram mit. Die Drohne habe einen Mann in seinem Auto in der Stadt Schebekino getötet. Der Bruder des Mannes sei schwer verletzt und in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden. 00:01 Uhr – Selenskyj: Russland mangelt es an Kraft für GroßoffensiveDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht davon aus, dass Russland in seinem Angriffskrieg erst einmal keine Großoffensive mehr starten kann. „Ich glaube, dass es ihnen derzeit an der Kraft für groß angelegte Offensiven mangelt“, teilte Selenskyj am Abend auf der Plattform X mit und verwies darauf, dass Russland so viele Soldaten verloren habe, dass es keine starken zusätzlichen Aktionen durchführen könne. Seine Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. Russland führt seit mehr als dreieinhalb Jahren einen Angriffskrieg in der Ukraine. Angaben zu ihren eigenen Verlusten machen beide Seiten so gut wie nie, vereinzelt erwähnte Zahlen erachten Experten als deutlich zu niedrig gegriffen.Selenskyj sagte, Russland habe in diesem Jahr Offensivoperationen entlang vier Hauptachsen vorbereitet: Sumy, Nowopawliwka, Pokrowsk und Saporischschja. „Die Operation in Sumy ist bereits gescheitert – Russland hat schwere Verluste erlitten, insbesondere an Menschenleben, und hat Truppen an andere Fronten verlegt.“ Die ukrainischen Streitkräfte hätten ihnen dort noch größere Verluste zugefügt. Mittwoch, 17. September:17:17 Uhr – Ukraine hat Gasreserven für vierten Kriegswinter noch nicht zusammenDie Ukraine hat Experten zufolge ihre Gasreserven für den vierten Kriegswinter noch nicht zusammen. Mit Vorräten von rund elf Milliarden Kubikmetern (bcm) Gas sei für rund 80 Prozent des zu erwartenden Bedarfs vorgesorgt, sagt Jurii Boiko, Aufsichtsrat des staatlichen Netzbetreibers Ukrenergo. Die ukrainische Energie-Beratungsfirma ExPro beziffert die Reserven auf zwölf bcm und 90 Prozent des Zielwerts. Den Experten zufolge muss der Rest noch aus heimischer Produktion kommen oder in Europa zugekauft werden. Das dürfte das Land nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters eine halbe bis eine Milliarde Dollar kosten. Es könnte allerdings auch noch deutlich teurer werden, wenn weitere Infrastruktur beschädigt werde, so Boiko.mit dpa/AFP/rtr/AP
Ukraine-Krieg: ++ Dänemark kauft erstmals Langstrecken-Präzisionswaffen – Russland spricht von „Wahnsinn“ ++ - WELT
Aufrüsten, um abzuschrecken: Dänemark möchte sich eigene Präzisionswaffen beschaffen, die auch feindliche Ziele weit fernab der eigenen Grenzen erreichen könnten. Eine neue Studie beschreibt die ungleiche Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang. Mehr im Liveticker.







