PfadnavigationHomeKulturMedien„Skandalös und unanständig“NDR setzt Moderatorin Ruhs ab – Zwei Ministerpräsidenten schalten sich einVeröffentlicht am 17.09.2025Lesedauer: 4 MinutenDer Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat entschieden, Moderatorin Julia Ruhs nicht mehr in seinem Format „Klar“ einzusetzen. Wie zuvor bereits eine WELT-Recherche offenbarte, hält der BR an Ruhs fest, der NDR hingegen sucht für die von ihm produzierten Ausgaben nach einer neuen Moderation.Nach dem Rauswurf der Moderatorin Julia Ruhs beim NDR meldet sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zu Wort – sein Auftritt erfolgt unter bemerkenswerten Umständen. Auch Markus Söder äußert sich, weitere Politiker kritisieren den öffentlich-rechtlichen Sender.Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat entschieden, Moderatorin Julia Ruhs nicht mehr in seinem Format „Klar“ einzusetzen. Wie zuvor bereits eine WELT-Recherche offenbarte, hält der BR an Ruhs fest, der NDR hingegen sucht für die von ihm produzierten Ausgaben nach einer neuen Moderation. Die Entscheidung hatte eine Kontroverse in Teilen der Politik- und Medienlandschaft aufgeworfen.Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kritisierte die Entscheidung am Mittwochabend bei einer Veranstaltung der Hermann Ehlers Akademie. Unter dem Titel „Debatte erwünscht? Meinungsvielfalt und Medienkultur“ stellte Ruhs dort auch ihr neues Buch „Links-grüne Meinungsmacht – Die Spaltung unseres Landes“ vor. Lesen Sie auchAls der NDR das Sendeformat mit Ruhs als Moderatorin gestartet habe, sei dies ein richtiges Zeichen gewesen, sagte Günther. Dass dieses Format nun nach nur drei Pilotprojekten künftig nur noch im Bayerischen Rundfunk gezeigt werden solle und nicht mehr im NDR, „finde ich, ist schon ein extrem schlechtes Signal“. Günther sagte, der Bayerische Rundfunk habe da richtig entschieden. „Und ich finde, der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei uns im Norden (...) sollte sich davon lieber eine Scheibe abschneiden, denn es ist wichtig, dass diese Meinungsvielfalt gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch dargestellt wird.“Günthers Auftritt war kurzfristig zustande gekommen. Ursprünglich war der Ministerpräsident als Gast bei der Verabschiedung des alten NDR-Intendanten Joachim Knuth in Hamburg angekündigt. Auf WELT-Anfrage bestätigte die Staatskanzlei in Schleswig-Holstein Günthers Absage dort aus „terminlichen Gründen“ – er habe in Kiel bleiben müssen und deswegen spontan bei der Akademie zugesagt. Er habe jedoch nicht beim NDR abgesagt, um zu der Veranstaltung mit Ruhs zu gehen, hieß es. In den sozialen Medien hatten einzelne Kommentatoren diesen Zusammenhang hergestellt.Auch andere Politiker kritisierten das Verhalten des NDR. Christoph de Vries (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, forderte „weniger Haltungsjournalismus und weniger Cancel Culture und stattdessen mehr Meinungspluralismus und mehr mutige Journalistinnen“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ruhs‘ Ablösung sei „skandalös und unanständig“.Söder: „Konservative Stimmen gehören zum demokratischen Meinungsspektrum“Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schrieb bei X: „Das ist kein gutes Signal für die Meinungsfreiheit, Pluralität und Toleranz im öffentlich-rechtlichen NDR.“ Konservative Stimmen gehörten zum demokratischen Meinungsspektrum, „auch wenn das einigen Linken nicht gefällt“.Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte zum Start des neuen NDR-Intendanten Hendrik Lünenborg die Bedeutung von Meinungsfreiheit und -vielfalt. Diese seien ein sehr, sehr hohes Gut, sagte die SPD-Politikerin bei der sogenannten Staffelübergabe von Joachim Knuth an Lünenborg. „Alle können ihre Meinung sagen, aber man muss auch die andere Meinung aushalten.“Julia Ruhs ist fassungslos
Julia Ruhs: NDR setzt Moderatorin ab – Zwei Länderchefs schalten sich ein - WELT
Der Umgang des NDR mit der Moderatorin Julia Ruhs sorgt für Kritik in Politik- und Medienlandschaft. Nun meldet sich auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zu Wort. Sein Auftritt erfolgt unter auffallenden Umständen.











