PfadnavigationHomePanoramaStaatsbesuch in GroßbritannienKönig Charles lobt Trumps „persönliches Engagement“ für den FriedenVeröffentlicht am 18.09.2025Lesedauer: 6 MinutenDer britische König Charles III. hat das „persönliche Engagement“ von US-Präsident Donald Trump für den Frieden gewürdigt. „Unsere Länder arbeiten zusammen, um wichtige diplomatische Bemühungen zu unterstützen“, sagte der Monarch.US-Präsident Trump ist gemeinsam mit seiner Frau Melania zum zweiten Staatsbesuch in Großbritannien angereist. Empfangen wurde er dort mit Pomp und Ehren. König Charles fand warme Worte für Trumps „Engagement, Lösungen für einige der unlösbarsten Konflikte der Welt zu finden“.Der britische König Charles III. hat das „persönliche Engagement“ von US-Präsident Donald Trump für den Frieden gewürdigt. „Unsere Länder arbeiten zusammen, um wichtige diplomatische Bemühungen zu unterstützen“, sagte der Monarch am Mittwoch bei einem Staatsbankett zu Ehren von Trump auf Schloss Windsor. An den US-Präsidenten gerichtet sagte er vor rund 100 geladenen Gästen, „nicht zuletzt“ sei es Trumps „persönliches Engagement, Lösungen für einige der unlösbarsten Konflikte der Welt zu finden, um den Frieden zu sichern“.Der König Charles nutzte das Staatsbankett auch dafür, den Republikaner an die Unterstützung der Ukraine zu erinnern. Ins politische Tagesgeschäft mischt sich der Monarch grundsätzlich nicht ein, doch Charles verpackte den Appell in einen historischen Vergleich, der für seine Verhältnisse sehr deutlich war. Die USA und Großbritannien hätten Seite an Seite in den beiden Weltkriegen gegen die „Kräfte der Tyrannei“ gestanden, lobte der Monarch das enge Bündnis. Dann fügte er hinzu: „Heute, da die Tyrannei Europa erneut bedroht, sind wir und unsere Verbündeten vereint in der Unterstützung der Ukraine, um Aggression abzuwehren und Frieden zu sichern.“Lesen Sie auchTrump nickte ob dieser Worte. Der US-Präsident hatte jedoch zuletzt große Zweifel daran gelassen, ob er die Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Angriffskrieg weiterhin unterstützen will. Trump zeigte immer wieder offen Sympathien für den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Sicht der Dinge. Bei einem bilateralen Gipfel in Alaska vor einigen Wochen rollte er für den Russen sogar den roten Teppich aus, obwohl dieser international weitgehend isoliert ist.Trump bezeichnete seinen zweiten Staatsbesuch im Vereinigten Königreich als „eine der größten Ehren meines Lebens“. In seiner Rede beim Staatsbankett auf Schloss Windsor vor 160 Gästen unterstrich Trump, dass er der einzige US-Präsident sei, der zwei Staatsbesuche in Großbritannien absolviert habe. Großbritannien und die USA beschrieb er als „zwei Noten in einem Akkord (...) jede für sich schön, aber eigentlich dazu bestimmt, zusammen gespielt zu werden“.Trump und seine Frau Melania wurden am Mittwoch nach der Landung ihres Hubschraubers vom Thronfolger Prinz William und dessen Frau Catherine in Empfang genommen. Die beiden begrüßten das Ehepaar Trump per Handschlag. Anschließend wurden der US-Präsident und die First Lady auch von König Charles III. und Königin Camilla empfangen. Lesen Sie auchDer König lud Trump auch zur „Inspektion der Truppen“ ein – einer militärischen Zeremonie, bei der die Soldaten antreten. Charles ließ dem US-Präsidenten dabei den Vortritt, wohl auch um einen weiteren Fauxpas des Amerikaners zu verhindern. Denn beim ersten Besuch im Sommer 2019, als die Queen noch lebte, war Trump durch sein forsches Auftreten dabei aufgefallen: Er war vor Elizabeth II. hergelaufen und hatte die Führung übernommen.Das Ausmaß der militärischen Zeremonie in Windsor sei „beispiellos“, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Es handle sich um die größte Begrüßungszeremonie im Vereinigten Königreich seit Menschengedenken.Schon Tage zuvor hatten die britischen Medien berichtet, mit welchem Aufwand der Empfang vorbereitet wurde. Auf Schloss Windsor westlich von London wurde der 50 Meter lange Esstisch gedeckt. Die Pferde, die für das Ziehen der königlichen Kutschen zuständig sind, bekamen die Hufen poliert. Die militärische Ehrengarde hat geübt, damit nachher jeder Schritt genau sitzt. Auf dem Anwesen des fast 1000 Jahre alten Schlosses waren Hunderte Menschen im Einsatz, um Trump bei dessen Staatsbesuch in dieser Woche eine gewaltige Show zu bieten. Die Gästeliste für das Staatsbankett birgt Konfliktpotenzial: Zu den geladenen Gästen gehört der schwerreiche Medienmogul Rupert Murdoch. Journalisten, die sich vor dem Beginn der Veranstaltung einen Eindruck verschaffen durften, berichteten von einem für den 94-Jährigen reservierten Platz. Trump hatte im Juli das „Wall Street Journal“ und dessen Besitzer Murdoch auf zehn Milliarden Dollar verklagt, weil das Blatt über ein anzügliches Geburtstagsschreiben berichtet hatte, das der US-Präsident für den 2019 gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verfasst haben soll. Trump bestreitet, den Brief geschrieben zu haben, der später von den Demokraten im Kongress veröffentlicht wurde. Das Weiße Haus behauptet, die Unterschrift Trumps unter dem Geburtstagsgruß sei gefälscht. Auch prominente Unternehmer nahmen am Staatsbankett teil, darunter Apple-CEO Tim Cook, Citigroup-CEO Jane Fraser, Nvidia-CEO Jensen Huang und Blackstone-CEO Steve Schwarzman.Für die Sicherheitskräfte gab es außerdem einen peinlichen Moment: Kritikern gelang es, eine riesige Lichtinstallation zum Skandal um Epstein auf einen Schlossturm zu projizieren – für Trump ein äußerst unbequemes Thema. In den USA ist der Druck auf den Republikaner gewachsen, alle Akten zu dem Fall, bei dem Epstein über viele Jahre systematisch Minderjährige sexuell missbraucht hatte, zu veröffentlichen. Epstein hatte beste Kontakte in die amerikanische High Society hatte, was Spekulationen Raum gab. „Wir schmeicheln uns bei ihm ein“Es handelt sich um den zweiten Staatsbesuch in Großbritannien des US-Präsidenten. Das Spektakel, das ihm dieses Mal geboten wird, hat nur ein Ziel: das Verhältnis zu einem der mächtigsten Männer der Welt zu stärken, angesichts der „America First“-Politik, mit der Trump die langjährigen Handels- und Sicherheitsbeziehungen erschüttert.„Wir schmeicheln uns bei ihm ein“, sagte der auf das Königshaus spezialisierte Historiker Robert Lacey, der als Berater bei der Netflix-Serie „The Crown“ mitgewirkt hat. „Er würde nicht nach Großbritannien kommen, wenn er nicht die Chance bekäme, auf Schloss Windsor zu übernachten, wahrscheinlich der (verstorbenen) Queen, die er so sehr bewundert, seine Ehrerbietung zu erweisen und den König zu treffen.“Zwar könne man nicht sagen, wie viel so ein Empfang durch das Königshaus politisch bewirke, doch trage er zu einem Gefühl von Freundschaft bei, das „eine andere Partei dazu verleiten könnte, offener für Ihre Bitten zu sein“, sagte ein Experte für britische Geschichte an der Newcastle University, Martin Farr. Vor sechs Jahren wollte Großbritannien die Unterstützung Trumps haben, als es sich auf den Ausstieg aus der Europäischen Union vorbereitete. Aktuell geht es der britischen Regierung um günstige Handelsbedingungen und um Hilfe im Kampf gegen die russische Aggression gegen die Ukraine.„Eine neue Trump-Präsidentschaft, ein neuer Premierminister, eine andere Regierung, aber das gleiche Gefühl von Panik und der gleiche Eindruck, dass unser größtes Druckmittel bei diesem Präsidenten darin besteht, ihm zu schmeicheln und zu versuchen, ihn mit etwas zu verbinden, das ihn offenbar wirklich beeindruckt“, sagte Farr unter Verweis auf die Monarchie und darauf, dass Trumps Mutter in Schottland zur Welt kam.Für das Staatsbankett saßen das Königspaar und seine Gäste am massiven Waterloo Table, der in etwa halb so lang wie ein Fußballfeld ist und an dem 160 Personen platziert werden können. Es braucht fünf ganze Tage, um den Tisch zu decken. Gewählt wurde dafür Silbergeschirr, das aus mehr als 4.000 Teilen besteht. Proteste in London mit Tausenden TeilnehmernIn London herrschte allerdings eine ganz andere Stimmung. Am Nachmittag demonstrierten Tausende gegen den US-Präsidenten, dem sie unter anderem Rassismus vorwarfen. Zu den Protesten hatte ein Bündnis mit dem Namen „Stop Trump“ aufgerufen. Nach Angaben der Londoner Polizei waren mehr als 1600 Sicherheitsbeamte im Einsatz.dpa/kami/AFP/lay/dp