Lea Huber muss sich sichtlich überwinden, über ihre Arbeitslosigkeit zu sprechen. „Ohne Arbeit, ohne einen Auftrag dazustehen, das zieht einen runter. Ich habe mich abgelehnt gefühlt“, sagt sie. Die 41-Jährige, die eigentlich anders heißt, hat einen sehr guten Studienabschluss, eine vorzeigbare Biographie und war viele Jahre als Social-Media-Expertin gefragt. Dann kam ein neuer Chef. Die Kurzversion der Wahlmünchnerin: „Ich hatte Vorschläge, Kollegen fanden die gut, der Chef nicht, ich habe ihm mehrfach widersprochen, dann hat er mich rausgekickt.“ Ihr Zeitvertrag wurde nicht verlängert. Die erste Erleichterung, „sich diesem toxischen Arbeitsfeld nicht länger auszuliefern“, wie Huber sagt, wich Traurigkeit. „Mein Selbstbewusstsein war am Ende.“ Die Stellensuche gestaltet sich zäh. „Man braucht Robustheit, um anzufragen, wo man hinpassen könnte. Mit jeder Absage wächst die Scham, sich einzugestehen, aktuell nicht gefragt zu sein.“