Sein größter Kritiker ist Matthias Blübaum selbst. Die Schachwelt staunte, als der Großmeister am Sonntagabend nach der zehnten von elf Runden des Grand Swiss im usbekischen Samarkand vor ein Mikrofon des Weltverbandes trat und sagte: „Ich habe gepatzt wie ein Vollidiot.“ Es sei geradezu lächerlich, dass er diese Partie nicht verloren habe. Blübaum entschuldigte sich sogar bei seinem Gegner, Landsmann Vincent Keymer: „Er hätte gewinnen sollen.“ Tat er aber nicht. Weil Keymer selbst noch einen schweren Fehler beging, aber auch, weil Matthias Blübaum aus einer verheerenden Situation das Beste machte, tapfer verteidigte bis zum Remis und somit ungeschlagen blieb.
Am Montag folgte eine weitere Punkteteilung, gegen den Weltranglisten-Achten Alireza Firouzja aus Frankreich, wodurch dem selbsternannten Vollidiot eine Sensation gelang: Matthias Blübaum, 28, wird der erste Deutsche seit mehr als 30 Jahren sein, der an einem WM-Kandidatenturnier teilnimmt. Im kommenden Jahr wird der Lemgoer gegen sieben andere Großmeister darum spielen, den amtierenden Weltmeister Gukesh Dummaraju herausfordern zu dürfen. So nah dran am wichtigsten Titel der Schachwelt war zuletzt Robert Hübner 1991.
Finale der Schach-WM






