PfadnavigationHomeSatireArtikeltyp:SatireLifestyleStatt hässlichem Schotter – Amazon-Paket-Garten neuer TrendVeröffentlicht am 16.09.2025Lesedauer: 2 MinutenEndlich ist es vorbei mit dem tristen Grau in deutschen Vorgärten!Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-Zentralbild; Frank Hoermann/SVEN SIMON/picture alliance; Montage: GLASAUGESchottergärten sind passé! Viele Deutsche drücken ihre Faulheit und Abneigung gegen die Natur jetzt lieber auf ganz neue Art aus.Lange gab der Schottergarten deutschen Eigenheimbesitzern die wunderbare Möglichkeit, ihren tief sitzenden Hass auf die Natur höchst explizit auszudrücken. Doch nun macht sich ein neuer Trend breit, der nicht nur ökologisch genauso fragwürdig, sondern auch logistisch revolutionär ist: der Amazon-Paket-Garten. Immer mehr Deutsche sagen dem langweiligen Lava-Kies den Kampf an – und begrüßen stattdessen liebevoll gestapelte Berge aus Pappkartons in ihrem Grünbereich. Oder besser: Braunbereich.„Ich hab’ jetzt statt einem Gabionen-Steinzaun aus Asbest-Geröll eine blickdichte Amazon-Paketwand“, erklärt der 47-jährige Horst W. aus Kornwestheim stolz, während er aufmerksam mehrere Kartons übereinander schichtet. „Das Beste daran ist: Der Garten erneuert sich quasi von selbst. Ich bestelle einfach jeden Tag fünf Sachen, die ich sowieso nicht brauche. Zack – die nächste Schicht. Außerdem hilft mir der Bote, indem er die neusten Pakete einfach draufkippt.“Amazon mal wieder die RettungAuch Ehefrau Gisela ist begeistert: „Die Nachbarn haben früher über unsere Schotterwüste gelästert. Jetzt schauen sie neidisch auf unseren Pappgarten. Und das Beste: Wir müssen nie zur Altpapiertonne laufen. Der Garten ist die Tonne!“ Lesen Sie auchEs ist diese einmalige Mischung aus praktischem Nutzen und abstoßender Hässlichkeit, die viele Deutsche dazu bringt, sich einen schicken Amazon-Paket-Garten zuzulegen. „Es ist wie ein Camp-David-Hoodie kombiniert mit einem unförmigen mausgrauen Outdoor-Rucksack“, schwärmt Heidemarie G. aus Mettmann von ihrem selbst angelegten Versandwaren-Turm. Messi aus Niedersachsen startete den TrendSeinen Ursprung hat der Trend übrigens in der niedersächsischen Kleinstadt Viel-Ordern. Dort beschloss der notorische Messi Klaus-Dieter B. (61) eines Tages, seine Amazon-Bestellungen einfach nicht mehr ins Haus zu tragen. Stattdessen ließ er sie vor der Tür stehen. Lesen Sie auchInnerhalb weniger Wochen war der gesamte Vorgarten mit Kartons bedeckt, in denen immer noch ein Massagesessel, 12.000 Marie-Kondo-Bücher und zwölf Tonnen Katzenstreu schlummern. „War nicht geplant“, sagt der Tierhasser bescheiden, „aber jetzt kommen Touristenbusse voller Gartenbauingenieure!“Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook, X oder Instagram – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!