Der Mann kam Stephanie Schreiner gleich seltsam vor, „weil der immer die Griffel an dem Kind dran hatte.“ Schreiner kommt aus der Oberpfalz, sie redet geradeheraus. Sie regt sich heute noch auf, wenn sie an die Vorfälle denkt, das hört man ihr an. Ein erwachsener Mann, der ständig die kleine Tochter seiner Bekannten berührte, das kam ihr merkwürdig vor.
„Ich komme aus einer Familie mit einer großen Verwandtschaft, da sind immer Kinder“, sagt Schreiner. Wenn sie sich vorstelle, dass denen jemand zu nahe komme, „da krieg ich so einen Hass.“ Deswegen hat sie nicht weggeschaut. Sie hat die Polizei informiert. Am Ende wurde der Mann angeklagt und wegen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt. Und Stephanie Schreiner wurde am Montag für ihren Einsatz mit der Courage-Medaille des Innenministers ausgezeichnet.
Seit 1994 werden mit dieser Auszeichnung Menschen in Bayern gewürdigt, die in Gefahrensituationen mutig und couragiert handeln. „Wir müssen als Gesellschaft zusammenstehen“, betonte Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der die Auszeichnung gemeinsam mit Landespolizeipräsident Michael Schwald in München verlieh. „Es ist wichtig, dass wir ein Bewusstsein für unsere Verantwortung entwickeln und uns nicht in Gleichgültigkeit verlieren. Jeder von uns kann einen Unterschied machen.“








