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er Herbst zieht ein ins Vereinigte Königreich, und mit ihm die Kälte. Mehr als 110 000 Wutbriten sind in London zu einer Demonstration gegen Migration gekommen. Ein Mann hielt in London ein Schild hoch: „Warum werden weiße Menschen verachtet, obwohl unsere Steuergelder alles finanzieren?“ Die Zeiten sind arg kompliziert, und da ist es ein Einfaches, Einwanderer und den vermeintlich zu toleranten Umgang der Regierung mit ihnen verantwortlich zu machen für jedwede staatliche und persönliche Misere – auch und vor allem für die wirtschaftliche. Die ist gar nicht zu leugnen. Kaum Wachstum, massive Staatsverschuldung und vor allem hohe Lebenshaltungskosten.

Doch die eigentliche Frage, die sich diese Frustrierten in diesen Tagen stellen sollten: Wie würde es denn dem Land wirklich ergehen unter einer neuen, rechten Regierung? Die Antwort wäre, selbst mit britischster Zurückhaltung ausgedrückt: katastrophal.

Die rechtspopulistische Reform UK ist die derzeit beliebteste Partei. Vorvergangenes Wochenende haben ihr Chef, der Brexit-Verführer Nigel Farage, und seine Leute auf einem zweitägigen Parteitag ihr Programm beworben. Eine wirtschaftspolitische Strategie war in Birmingham kaum herauszuhören, weil viele Fragen, unabhängig vom Thema, mit der Parole beantwortet wurden, man würde die Schlauchboote der illegalen Einwanderer stoppen. Hätte man die Politiker nach ihrer Lieblingsfarbe gefragt, sie hätten „Stop the boats“ gesagt.