Papst Leo XIV. kritisiert die aus seiner Sicht überzogenen Gehälter von Top-Managern scharf und verweist dabei auch auf Tesla-Chef Elon Musk. „CEOs, die vor 60 Jahren vielleicht vier- bis sechsmal so viel verdienten wie die Arbeiter, verdienen jetzt 600-mal so viel“, sagte Leo XIV. im ersten Medieninterview seines Pontifikats, aus dem unter anderem die katholische Nachrichtenseite „Crux“ erste Auszüge veröffentlichte. „Gestern kam die Nachricht, dass Elon Musk der erste Dollar-Billionär der Welt sein wird“, sagte er weiter. „Wenn das das Einzige ist, was noch einen Wert hat, dann haben wir ein großes Problem.“ Diese Einkommenskluft werde immer größer – und das befördere auch die Polarisierung der Welt.

Zudem warf das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche den Vereinten Nationen vor, nicht mehr in der Lage zu sein, eine wirksame multilaterale Diplomatie zu fördern. „Die Vereinten Nationen haben, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, ihre Fähigkeit verloren, Menschen bei multilateralen Themen zusammenzubringen“, sagte Leo.

„Ich musste sehr schnell ins kalte Wasser springen.“

Er selbst habe noch „eine Menge Lernarbeit“ vor sich, sagte der Papst, der am 8. Mai in sein Amt gewählt worden ist. Der pastorale Teil seiner neuen Aufgabe sei noch ohne große Schwierigkeiten zu bewältigen gewesen, anders sei das bei der Politik. „Der völlig neue Aspekt dieser Aufgabe ist, auf die Ebene eines Weltenlenkers geworfen zu werden.“ Was er nun tue, sei sehr öffentlich; jedes Telefonat, jedes Treffen mit Staatsoberhäuptern und Politikern werde bekannt. Er fühle sich gefordert, aber nicht überfordert. „Ich musste sehr schnell ins kalte Wasser springen.“