Neulich, da hat Matthias Machnig mal wieder den Puls seiner Partei gefühlt. Beim Gartenfest des Seeheimer Kreises, der konservativen Strömung in der SPD-Bundestagsfraktion, erhielt er unweit des Deutschen Bundestags erschütternde Lageberichte, vor allem aus seinem Heimatverband Nordrhein-Westfalen. So schlimm, so führungs- und orientierungslos, sei es noch nie gewesen, bekam er von führenden SPD-Leuten zu hören, die schon lange dabei sind.
Matthias Machnig war vieles in der SPD: der Kopf in der legendären „Kampa“ die 1998 den Wahlsieg von Gerhard Schröder organisierte, Bundesgeschäftsführer der SPD, Staatssekretär im Verkehrs-, im Umwelt- und im Wirtschaftsministerium, Wirtschaftsminister in Thüringen. Ein Pragmatiker, der die Zuschreibung „Maschinist der Macht“ verpasst bekam und schon vor über 20 Jahren das Konzept der Netzwerkpartei entwickelte, die sich mit ihren Inhalten eher an gesellschaftlichen Entwicklungen orientiert, Netzwerke in alle Schichten pflegt, statt unter den eigenen Funktionären die reine Lehre zu verteidigen und mit zu viel Ideologie am Wählermarkt vorbeizuagieren.
Machnig, der aus Menden im Sauerland stammt, war schon immer ein streitbarer Kopf, eckte bei vielen an. Aber auch mit 65 Jahren beschäftigt ihn wenig so sehr wie seine Partei, die SPD – und die Industrie- und Wirtschaftspolitik. Wenn er drei Dinge nennen will, die sich ändern sollen, werden es meist fünf, und was nie fehlen darf, ist eine ordentliche Zigarette.







