Der Mond ist eben doch weit mehr als nur eine nackerte Kugel, das bekamen neulich auch die Insassen einer Panoramasauna südlich von München zu spüren. In Erwartung des Blutmonds lief die in Batik gewandete Aufgussmeisterin zu spiritueller Hochform auf. Während sie den Besuchern Heißluft zufächelte, raunte sie ihnen, unterlegt von Mondmusik, allerlei Geschichten von der geheimnisvollen Macht und Magie des Mondes zu. So sei er unter anderem in der Lage, mit seiner Anziehungskraft die Erdkruste um 30 Zentimeter anzuheben. Und ja, er werde immer noch am Himmel stehen, wenn der Mensch mit seiner Technik längst verschwunden sei.

Das ließ einen bei 90 Grad frösteln, auch deshalb, weil die Mondfrau im Verbund mit Dampf und Räucherwerk Erinnerungen an eine Fortbildung vor Jahren im Chiemgau freisetzte. Damals marschierten an der Fensterwand des Seminarraums etliche Frauen in wallenden Batikgewändern vorbei, um im Kellerabgang zu verschwinden.

Die Nachforschungen ergaben später, dass es sich offenbar um Lichtarbeiterinnen handelte, die dort unten eine hochpotente Essenz channelten, und zwar unter Mithilfe des örtlichen Schamanen oder Mediums. So eine Lichtessenz kann unter anderem allerlei Instabilitäten der Aura beseitigen. Ein Ärgernis, mit dem sich bekanntlich viele Menschen jeden Tag herumschlagen, wahrscheinlich insbesondere bei Vollmond und speziell im bayerischen Alpenvorland.