Bayerns Kultusministerin Anna Stolz ist bekannt dafür, gerne raus zu gehen an die Schulen. Das kommt gut an bei Schulleitungen und Lehrkräften. Auch die Pressekonferenz zum neuen Schuljahr, das am kommenden Dienstag beginnt, fand nicht wie früher üblich im Kultusministerium statt, sondern in einer Münchner Mittelschule. Absicht? Natürlich. Wer sich nichts dabei dachte, dem half Stolz (Freie Wähler) auf die Sprünge: „Letztes Jahr waren wir an einer Realschule, dieses Jahr sind wir an einer Mittelschule. Das ist kein Zufall, das haben Sie sich wahrscheinlich schon gedacht, aber dazu später mehr.“
Dass die 934 Mittelschulen in Bayern Aufmerksamkeit der Ministerin dringend nötig haben, sagen alle, die mit dieser Schulart zu tun haben. Der Ruf der Mittelschulen ist desaströs, oft zu Unrecht. Das mag auf dem Land noch weniger ausgeprägt sein als in den Ballungszentren, aber das schlechte Image betrifft längst alle. Bei dieser Schulart schlägt der Lehrermangel am stärksten zu, die Anzahl der Studierenden und Referendare sinkt. Auch wenn Stolz betonte, dass es sich in diesem Jahr nur um einen leichten Rückgang handle. Ohnehin hat der Lehrerberuf ein Attraktivitäts- und ein Nachwuchsproblem, aber das Lehramt für Mittelschulen ist an Bayerns Universitäten besonders unbeliebt.






