Folgt man der 15-seitigen Anklageschrift, die die Staatsanwaltschaft zusammengetragen hat, dann sitzen hier auf der Anklagebank fünf teils knallharte Drogendealer, die abgerichtete Doggen auf ihre Kunden hetzten, um sie abzuzocken, mit Koks und Cannabis einen schwunghaften Handel trieben und daheim noch zur Absicherung ihrer Geschäfte Gegenstände wie eine Maschinenpistole, eine Armbrust, eine Machete oder Klappmesser griffbereit lagerten. Zum ersten Prozesstag am Landgericht München I gab sich die Gruppe nur in Teilen geständig.
Verhandelt wird vor der Jugendstrafkammer, zumal einer der Beteiligten zum Tatzeitpunkt noch keine 21 Jahre alt war. Überhaupt ist die Gruppe bunt gemischt, was Nationalitäten und Alter anbelangt, vier Angeklagte sind in ihren Zwanzigern, einer passt mit 45 Jahren nicht so recht ins Bild: Marcel M., arbeitsloser Lackierer. Er soll laut Anklage Kokain „im dreistelligen Grammbereich“ in München unter die Leute gebracht haben.
An der Seite des 45-Jährigen soll auch Tayfun D. Drogen verkauft haben. Letzten Sommer etwa, so steht es in der Anklage, soll sich der 28-Jährige für einen Cannabis-Deal mit einem Stammkunden in Neuperlach vor einem Café getroffen haben. D. war nicht allein, er hatte seine beiden Doggen Pacha und Coco dabei, und als der Käufer 200 Euro bezahlt, aber noch kein Cannabis erhalten hatte, soll D. per Handzeichen die Hunde auf ihn gehetzt haben. Die Doggen sprangen den Geprellten an und bissen ihn in den Rücken.






