So schnell kann es manchmal gehen. Am Dienstag noch empfing Holger Klein hohen Besuch am Stand von ZF Friedrichshafen auf der IAA in München. Friedrich Merz war gekommen, und der Vorstandschef zeigte dem Bundeskanzler die neuesten Entwicklungen des Autozulieferers. Zwei Tage später ist klar: Klein ist nicht mehr lange Chef bei ZF.
Am Donnerstag entschied der Aufsichtsrat, den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden „im gegenseitigen freundschaftlichen Einvernehmen“ aufzulösen. Ende September wird Schluss sein für Klein. Seit elf Jahren ist er im Unternehmen, Anfang 2023 wurde er Vorstandschef. Der Zeitpunkt der Trennung ist ein wenig überraschend. Bis zum Monatsende wollte die Konzernführung mit den Arbeitnehmern tiefgreifende Einschnitte in der Antriebssparte aushandeln.
Den Vorstandsvorsitz soll nun Mathias Miedreich übernehmen, der dem ZF-Vorstand seit Januar 2025 angehört. Er leitet bislang die Division für elektrifizierte Antriebstechnologien.
In seiner Amtszeit hat Klein immer mal danebengelegen. So wurde aus einer geplanten Chipfabrik im Saarland nichts. Bei den Angestellten eckte der Chef, der früher als Berater bei McKinsey gearbeitet hatte, mit seinen Methoden und rigiden Sparprogrammen immer wieder an. Allerdings hatte Klein von seinen Vorgängern auch ein hoch verschuldetes Unternehmen übernommen. Aus den kostspieligen Übernahmen zweier US-amerikanischer Zulieferer hatte man mehr als elf Milliarden Euro Schulden angehäuft.







