PfadnavigationHomeRegionalesHamburgExtinction RebellionProtest gegen Kreuzfahrten – Klimarebellen färben Hamburger Brunnen grünVeröffentlicht am 11.09.2025Lesedauer: 2 MinutenDas Wasser des Mönckebergbrunnen in der Innenstadt von Hamburg ist mit grüner Farbe gefärbtQuelle: Bodo Marks/dpaDie Klimaschutzgruppe Extinction Rebellion hat nachts verschiedene Brunnen in Hamburg mit Farbe behandelt. Das Wasser ist nun leuchtend grün. Die Protestaktion richtet sich gegen Kreuzfahrtschiffe und soll „ein Zeichen setzen“.Mit grüner Farbe in mehreren Hamburger Brunnen hat die Klimaschutzgruppe Extinction Rebellion gegen die Cruise Days und den Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) in der Schifffahrt protestiert. Aktivistinnen und Aktivisten färbten nach eigenen Angaben in der Nacht zum Donnerstag unter anderem den Hygieia-Brunnen am Rathausmarkt und den Mönckebergbrunnen sowie den Stuhlmannbrunnen in Altona mit einem „hochwirksamen Fluoreszenzfarbstoff“. Das Wasser leuchtet giftgrün. Von der Polizei hieß es, der Staatsschutz prüfe den Fall.Die Umweltschützer erklärten, sie wollten mit der Aktion auf „Greenwashing“ in der Branche aufmerksam machen. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagte Mira Voss. Das Flüssigerdgas LNG, das als saubere Alternative beworben werde, sei „in Wahrheit ein Klimakiller“. An den Brunnen wurden Zettel hinterlassen, dass es sich bei dem Färbemittel um Uranin handelt. Es soll „für Mensch, Tier und Umwelt unbedenklich“ sein. Lesen Sie auchAus Anlass der Cruise Days, die am Freitag starten, forderte die Gruppe auch die Abkehr von fossilen Brennstoffen in der Schifffahrt. In den Messehallen läuft zudem eine Messe der europäischen Kreuzfahrtindustrie. Auch dort protestierten Aktivisten und Aktivistinnen am Morgen gegen die Kreuzfahrtindustrie. Sie ließen vom Dach des Gebäudes ein Banner mit der Aufschrift „Kreuzfahrt stoppen“ herunter. Der Polizei zufolge waren etwa ein Dutzend Menschen Teil der Aktion.Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Prozess gegen Mitglieder der Klimaschutzgruppe Letzte Generation wegen Farbattacken auf eine Jacht in Neustadt und eine Hotelbar sowie Geschäfte auf Sylt aufgehoben wurde. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Eigentlich sollte die Hauptverhandlung am morgigen Donnerstag beginnen, die zuständige Richterin am Amtsgericht Niebüll hob die Hauptverhandlung aber auf Antrag einer Verteidigerin und nach Beteiligung der Staatsanwaltschaft auf, wie das Gericht mitteilte. Zwei Männern (heute 24 und 66 Jahre) und zwei Frauen (heute 23 und 45 Jahre) werden Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. Hintergrund der Aufhebung ist eine erst vor kurzem eingegangene gutachterliche Einschätzung zur Höhe des Schadens an der Jacht – die Bewertungen divergieren erheblich. Die Richterin plant daher, ein gerichtliches Sachverständigengutachten einzuholen.dfe, dpa