PfadnavigationHomeSportBasketballEM-Aus gegen Deutschland„Einfach lächerlich“ – Slowenen erweisen sich als schlechte VerliererVeröffentlicht am 11.09.2025Lesedauer: 6 MinutenDieses Video ist zur Zeit aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verfügbar.Entdecken Sie weitere Videos in unserer Mediathek.WELT MediathekDer Frust beim Superstar sitzt tief. Für das Aus gegen Deutschland bei der Basketball-EM findet Luka Doncic die Schuldigen schnell – allerdings nicht im eigenen Team. Das Lager der Slowenen ist sich einig, dass die Niederlage einzig und allein auf das Konto der Schiedsrichter geht.D er Frust entlud sich in einer Tirade, allen voran vom Superstar. Luka Doncic und seine Teamkollegen lasten das slowenische EM-Aus gegen die deutschen Basketballer vor allem den Schiedsrichtern an. „In einem Viertelfinale sollte so etwas nicht passieren“, sagte Doncic nach dem 91:99 gegen den Weltmeister in Riga, „egal, welcher Spieler man ist.“Der NBA-Profi von den Los Angeles Lakers haderte vor allem damit, dass er bereits nach rund zwei Minuten ein technisches Foul wegen Reklamierens bekommen hatte: „Wenn du nicht einmal eine Warnung bekommst, dann weiß ich es auch nicht. Es ist ein Viertelfinale, wir kämpfen um den Einzug ins Halbfinale, dann verstehe ich das wirklich nicht.“Doncic hatte zu Beginn des dritten Viertels bereits vier Fouls auf dem Konto und stand damit dicht vor der Disqualifikation. „So etwas ist mir in meiner ganzen Karriere noch nie passiert“, sagte der Ausnahmespieler, der auf überragende 39 Punkte, zehn Rebounds und sieben Assists kam. „Was soll das? Wegen Doncic kommen die Leute in die Halle“Allerdings hatte Doncic in mehreren Situationen auch Glück, dass Fouls gegen seine Gegenspieler gepfiffen wurden, obwohl eigentlich kein Regelverstoß vorlag. Und nach seinem vierten Foul im dritten Viertel machte er eine Handbewegung in Richtung der Schiedsrichter, die wohl ausdrücken sollte, dass diese bezahlt seien. Die Referees? Schauten weg.Dennoch: Im Lager der Slowenen war der Schuldige für die Niederlage ausgemacht – und er kam nicht aus dem eigenen Team. „Unser bester Spieler wird von den Schiedsrichtern nicht beschützt“, kritisierte Center Alen Omic mit Blick auf Doncic und die Obhut des Unparteiischen: „Drei Fouls in den ersten zehn bis 15 Minuten? Was soll das? Das ist der beste Spieler des Turniers und seinetwegen kommen die Leute in die Halle. So kann man nicht Basketball spielen und deswegen haben wir verloren. Sie hatten 40 Freiwürfe und haben 90 Punkte gemacht. Jeder kann sich das selbst ausrechnen. Dieses Spiel konnten wir nicht gewinnen.“ Lesen Sie auchDer Zorn hatte eventuell den Blick für die Realitäten etwas verstellt, tatsächlich waren es 37 Freiwürfe und am Ende 99 Punkte. Doch auch das trug nicht eben zur Besänftigung der slowenischen Spieler bei. Point Guard Klemen Prepelic haderte, er habe „es satt, dass dies jeden Sommer passiert. Nicht nur uns, sondern auch anderen Teams. Es ist langsam lächerlich“. Er habe das Gefühl, ließ der Spieler von Dubai BC wissen, „dass gewisse Dinge nicht auf dem Niveau sind“, die für dieses Turnier angemessen wären: „Das ist traurig, deswegen will ich nicht darüber reden, ob der Sieg verdient war oder nicht. Deutschland ist für mich das beste Team im Turnier, und ich wünsche ihnen alles Gute, aber gewisse Leute müssen sich den Spiegel vorhalten und sich massiv steigern.“Sloweniens Trainer Aleksander Sekulic konnte jedenfalls den Frust, insbesondere den seines Superstars, vollumfänglich verstehen. Deutschland sei seiner Meinung nach zwar das beste Team im Turnier. Er glaube aber auch, sagte der 47-Jährige mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, „dass wir uns bei Deutschland entschuldigen müssen, weil wir so ein dreckiges Team sind. Wir haben so viele Fouls im letzten Viertel gemacht. Wir waren besser über die 40 Minuten.“ Mit Blick auf die Schiedsrichter sagte er: „Meine Jungs können erhobenen Hauptes nach Hause gehen. Das kann heute nicht jeder auf dem Parkett von sich behaupten.“Beim deutschen Team richtete sich dagegen der Blick nach vorn. Zwei Jahre nach dem sensationellen WM-Triumph von Manila ist der nächste Coup zum Greifen nah. Doch von Euphorie ist bisher nicht recht was zu spüren.Sponsor des deutschen Basketball-Teams soll schon Titelfeier planenStattdessen geben sich die Weltmeister vor dem Halbfinale gegen Außenseiter Finnland an diesem Freitag (16.00 Uhr, RTL und MagentaSport) selbstkritisch. „Wir haben jetzt zweimal nicht unser bestes Spiel gemacht. Ich glaube, es wird mal wieder Zeit“, sagte Deutschlands NBA-Star und Forward Franz Wagner nach der wilden Aufholjagd im hektischen und verkrampften Viertelfinale. Schon im Achtelfinale gegen Portugal hatte sich Deutschland schwergetan.Lesen Sie auchNach der glamourösen Vorrunde im finnischen Tampere mit fünf klaren Siegen in fünf Spielen ist das deutsche Spiel in der K.o.-Runde noch nicht wie gewünscht zur Entfaltung gekommen. „Wir müssen besser sein, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen“, sagte Guard Maodo Lo.Die Entwicklung erinnert frappierend an die am Ende enttäuschenden Olympischen Spiele im vergangenen Jahr. Auch in Frankreich war das deutsche Team durch die Vorrunde gerauscht, um in der K.o.-Runde die entscheidenden Spiele zu verlieren. Auch bei Olympia wurde die Mannschaft nach einer Gala gegen den Gastgeber gefeiert, um dann im zweiten Aufeinandertreffen mit den Franzosen zu scheitern.Dieses Mal wurde EM-Co-Gastgeber Finnland in der Gruppenphase mit 30 Punkten Unterschied deklassiert, nun wartet das Überraschungsteam um NBA-Profi Lauri Markkanen (Utah Jazz) und den finnischen Jungstar Miikka Muurinen (Spitzname: „Slim Jesus“, 2,20 Meter Armspannweite) im Kampf um den Finaleinzug ein weiteres Mal.Damit Finnland nicht das zweite Frankreich wird, sind die Sinne im deutschen Lager geschärft. „Wir dürfen die Finnen nicht unterschätzen“, sagte der gegen Slowenien fehlerhaft agierende Schröder, „ich erinnere mich noch an die Spiele gegen die Franzosen. Wir haben das ein bisschen auf die leichte Schulter genommen und abgeschaltet – das darf uns diesmal nicht passieren.“Schon in der Nacht nach dem Slowenien-Spiel begann daher die Vorbereitung auf den nächsten Kontrahenten. „Der Sieg aus der Vorrunde zählt nicht mehr. Finnland wird das erste Spiel im Kopf haben, sie werden sich revanchieren wollen“, sagte Center Daniel Theis. Es werde „ein großes Spiel für beide Mannschaften. Wir haben noch zwei Spiele bis zu unserem großen Ziel“, sagte der bei AS Monaco unter Vertrag stehende Theis mit Blick auf den angestrebten EM-Titel.Türkei oder Griechenland als mögliche Gegner im EM-FinaleEs zeichnet diese deutsche Mannschaft aus, dass sie selbstkritisch mit der Situation umgeht und bis zum Ende an die eigenen Stärken glaubt. Und diese liegen vor allem auch in der Ausgeglichenheit des Kaders. „Wenn ich mal einen schlechten Tag habe, ist ein anderer da“, lobte Schröder seine Teamkollegen.Gemeinsam soll es mit dem ersten EM-Triumph seit 32 Jahren klappen, nach Einschätzung von Experten könnte der wuselige Spielstil der Finnen dem deutschen Team bei der Titelmission entgegenkommen. Diese würde, ein Erfolg vorausgesetzt, auch die Olympia-Enttäuschung vergessen lassen. „Wir haben schon genug Spiele in wichtigen Momenten verloren, die wir eigentlich hätten gewinnen sollen. Ich glaube, der Stachel sitzt noch tief“, sagte Wagner. Im möglichen Finale warten dann entweder die Türken um Alperen Sengün (Houston Rockets) oder die Griechen um Superstar Giannis Antetokounmpo (Milwaukee Bucks). Gegen beide Mannschaften würden die Deutschen als favorisiert gelten, wenn sie ihr schnelles Spiel auf das Parkett bringen. Im Vergleich zu beiden Kontrahenten hat das DHB-Team den breiteren Kader.Wenn es mit dem EM-Erfolg klappt, dann soll wohl auch ordentlich gefeiert werden. Nach Informationen der „Bild“ plant Sponsor ING schon die Siegesfeier in Frankfurt am Montagmittag– nach dem Vorbild der WM-Party 2023. Damals waren die Helden im Firmensitz der Bank empfangen worden, über 1000 Fans hatten mitgefeiert.