Es könnte durchaus sein, dass der Tag, an dem Phil Herold starb, zunächst der schönste seines Lebens war. Wobei der 45-jährige Künstler, der seit seiner Kindheit durch eine schwere Erkrankung körperlich extrem beeinträchtigt war, durchaus viele ganz besondere Tage erlebt hat. Und zudem deutlich mehr, als alle zunächst geglaubt hatten.

Herold war vor einigen Wochen bereits in die USA geflogen und am vergangenen Freitag beim Heimspiel der Philadelphia Eagles gegen die Dallas Cowboys. Der Künstler, der nur seinen linken Daumen und zwei Finger der rechten Hand bewegen konnte durch eine Spinale Muskelatrophie (SMA) Typ II, liebte American Football und vor allem die Eagles. Und nun war er dabei, als der amtierende Meister aufs Feld lief. Es gibt ein Video, wie die Spieler an seinem Rollstuhl vorbeilaufen. Gerhard Herold, der Vater, sagte später am Telefon: „Er hat zwei Jahre auf diesen Tag hingefiebert.“ Im Laufe des Spiels ging es Herold schlechter, er wurde ins Hotel gebracht und sei dann dort „ganz friedlich eingeschlafen“.

Als Phil Herold ein Kind war, bekamen seine Eltern die Diagnose SMA, seine Lebenserwartung lag bei drei Jahren. Er lernte laufen, musste dann aber bald in einem Rollstuhl sitzen. Später begann er, mit Computerprogrammen Kunst zu erschaffen. Das Markenzeichen seiner Pop-Art wurde eine stilisierte Elefanten-Figur, der Philifant.