PfadnavigationHomePolitikAuslandExplosionen in KatarIsrael greift Hamas-Spitze in Doha an – Kampfjets sollen zehn Bomben abgeworfen habenVeröffentlicht am 09.09.2025Lesedauer: 6 MinutenIIsrael hat die Führungsspitze der Terrororganisation Hamas im Golfstaat Katar angegriffen. Ein Anführer der Terrororganisation soll laut einem Hamas-Vertreter überlebt haben. Sein Sohn und sein Büroleiter seien hingegen getötet worden.Explosion in Katar: Israel hat ein Ziel der Hamas in der katarischen Hauptstadt angegriffen. Ein Anführer der Terrororganisation soll laut einem Hamas-Vertreter überlebt haben. Sein Sohn und sein Büroleiter seien hingegen getötet worden.Israel hat die Führungsspitze der Terrororganisation Hamas im Golfstaat Katar angegriffen. „Jahrelang leiteten diese Mitglieder der Hamas-Führung die Operationen der Terrororganisation, sind direkt für das brutale Massaker vom 7. Oktober verantwortlich und orchestrierten und steuerten den Krieg gegen den Staat Israel“, teilte das israelische Militär mit. Die Hamas bezeichnete den Angriff auf ihre Führungsspitze als „gescheitert“. Kein Mitglied ihres Verhandlungsteams sei dabei getötet worden, hieß es in einer Mitteilung. Bei dem Angriff in Doha, der als „abscheuliches Verbrechen“ beschrieben wurde, seien aber sechs Menschen getötet worden. Darunter seien der Sohn des höchstrangigen Hamas-Anführers im Ausland, Khalil al-Hayyah, sowie dessen Büroleiter. Der Nachrichtenkanal Al-Arabija hatte zuvor berichtet, auch al-Hayyah selbst sei getötet worden.Die Hamas erklärte weiter, der Angriff beweise einmal mehr, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Regierung nicht die Absicht hätten, ein Abkommen zu erzielen. Israels Führung versuche, ohne Rücksicht auf das Leben der Geiseln jegliche Bemühungen um ein Ende des Krieges zu vereiteln. Die USA seien durch ihre fortwährende Unterstützung für Israel mitverantwortlich. Die Verhandlungsdelegation habe zum Zeitpunkt der Attacke gerade über einen Vermittlungsvorschlag von US-Präsident Donald Trump beraten wollen.Lesen Sie auchLaut dem katarischen Innenministerium wurde ein Mitglied der katarischen Sicherheitskräfte getötet. Weitere Mitglieder der Truppe seien verletzt worden. Israels Angriff habe auf Wohngegenden gezielt, in denen Mitglieder des politischen Büros der Hamas wohnten, erklärte Katars Außenamtssprecher Madschid al-Ansari. Die Nachrichtensender Al-Dschasira und Doha News berichteten, dass Israel das Hamas-Verhandlungsteam angegriffen habe.Mehr als zehn Kampfjets der israelischen Luftwaffe sollen zehn Bomben auf ein Gebäude abgeworfen haben, wie israelische Medien unter Berufung auf das Militär berichten. Nach den Explosionen in der katarischen Hauptstadt war eine große Rauchwolke zu sehen. Fotos zeigen ein zerstörtes Gebäude, vor dem ein schwarzer Geländewagen und zahlreiche Polizeiautos stehen. Eine Überwachungskamera zeichnete den Angriff auf. Al-Arabija veröffentlichte die Aufnahmen.Das israelische Militär selbst sprach von einem gezielten Angriff auf die Führungsspitze der Hamas. Über den Ort der Attacke machte die Armee keine Angaben. Es seien Schritte unternommen worden, um Unbeteiligte nicht zu gefährden.Die USA waren nach Angaben des Weißen Hauses vorab über den Angriff informiert. US-Präsident Donald Trump betrachte Katar „als einen starken Verbündeten und Freund der Vereinigten Staaten“ und sei „über den Ort dieses Angriffs sehr bestürzt“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Dienstag in Washington.Leavitt sagte weiter, der Angriff diene weder den Zielen Israels noch den Bemühungen Trumps um einen Frieden im Nahen Osten. Der US-Präsident habe nach dem Vorfall mit dem Emir von Katar sowie dem Regierungschef des Golfstaats telefoniert. „Er hat ihnen versichert, dass sich so etwas auf ihrem Boden nicht noch einmal wiederholt“, betonte die Sprecherin. Trump habe zudem mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gesprochen. Netanjahu habe dem US-Präsidenten seinerseits zugesagt, „dass er Frieden schließen will, und das schnell“.In einer Stellungnahme des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu heißt es: „Die heutige Aktion gegen die führenden Terroristenführer der Hamas war eine völlig unabhängige israelische Operation. Israel hat sie initiiert, Israel hat sie durchgeführt.“ Der israelische Fernsehsender Channel 12 hatte zuvor berichtet, dass US-Präsident Donald Trump dem Angriff vorab zugestimmt habe.Netanjahu beschloss die „Ausschaltung der Hamas-Führung“ nach offiziellen Angaben nach dem Anschlag in Jerusalem mit sechs Toten und eine tödliche Attacke auf Soldaten im Gaza-Streifen. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich lobte den Angriff. „Für die Terroristen gibt es keine und wird es niemals Immunität vor dem langen Arm Israels geben – an keinem Ort der Welt“, schrieb er. „Eine richtige Entscheidung, die wir getroffen haben, und eine perfekte Ausführung durch die Armee und den (Inlandsgeheimdienst) Schin Bet.“Arabische Staaten verurteilen AngriffKatar verurteilte den israelischen Angriff auf Vertreter der Hamas als „feige“. Die Attacke sei eine eklatante Verletzung des Völkerrechts, erklärte die Regierung. Eine Untersuchung auf höchster Ebene sei im Gange.Auch Jordanien verurteilt die Attacke. Außenminister Aiman al-Safadi sagte auf X, der Angriff stelle einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht dar. Der Militärschlag sei eine Fortsetzung der „brutalen israelischen Aggression“, die die Sicherheit und Stabilität der gesamten Region gefährde. Die Arabische Liga kritisierte den Angriff ebenfalls.Kritik kam auch von UN-Generalsekretär António Guterres. Es handele sich um eine „eklatante Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität“. Katar spiele eine sehr positive Rolle bei den Bemühungen um einen Waffenstillstand in Gaza und die Freilassung aller von der Hamas gehaltenen Geiseln, sagte Guterres vor Journalisten. „Alle Parteien müssen auf einen dauerhaften Waffenstillstand hinarbeiten, nicht ihn zerstören.“Die Hamas in KatarDie Führung der Hamas hat seit Langem ihren Sitz in Katar, das im Gaza-Krieg als Vermittler in den Gesprächen zwischen der Terrororganisation Hamas und Israel fungiert. Al-Hayyah ist der höchste Hamas-Führer im Ausland, der auch die Hamas-Delegation bei den indirekten Verhandlungen mit Israel um eine Waffenruhe leitet. Al-Hayyah hielt sich die meiste Zeit in Katar auf. Andere höhere Hamas-Funktionäre im Ausland leben ebenfalls zumeist in Katar oder in der Türkei. Die Massaker an Israelis vom 7. Oktober 2023 hatte al-Hayyah als Wendepunkt in der Geschichte der palästinensischen Sache bezeichnet, bei denen Israel ins Mark getroffen worden sei. Die Hamas werde sich weiterhin daran ausrichten, Jerusalem und die Al-Aksa-Moschee Israel zu entreißen, sagte al-Hayyah. Er fügte hinzu: „Unser Feind wird von uns niemals einen Moment der Schwäche sehen.“Nach den Unruhen der arabischen Aufstände in der Region eröffnete die Hamas 2012 ein politisches Büro in Katar. Schon vorher war aus dem Golfemirat viel Geld an die Hamas geflossen, die 2007 die Macht im Gaza-Streifen übernommen hatte. Nach dem 7. Oktober wurden Forderungen an die Regierung Katars lauter, das Büro zu schließen.Lesen Sie auchDer israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte vor zehn Tagen Angriffe auf Hamas-Führer im Ausland angedroht. „Mit unseren Aktionen sind wir noch nicht fertig“, sagte er nach einem Angriff auf den Hamas-Sprecher Abu Obaida. „Die meisten Hamas-Führer sind im Ausland, und wir werden auch zu ihnen vordringen.“Auch der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte erst am Montag eine scharfe Warnung an die Hamas ausgesprochen. „Heute wird ein gewaltiger Hurrikan über den Himmel der Stadt Gaza hereinbrechen und die Dächer der Terror-Hochhäuser werden beben“, schrieb Katz in einem Post auf der Plattform X. „Dies ist die letzte Warnung an die Mörder und Vergewaltiger der Hamas in Gaza und in den Luxushotels im Ausland: Lasst die Geiseln frei und legt die Waffen nieder – oder Gaza wird zerstört und ihr werdet vernichtet“, schrieb Katz.ll/gubHayyahhaj mit dpa/Reuters
Explosionen in Katar: Israel greift Hamas-Spitze in Doha an – Kampfjets sollen zehn Bomben abgeworfen haben - WELT
Explosion in Katar: Israel hat ein Ziel der Hamas in der katarischen Hauptstadt angegriffen. Ein Anführer der Terrororganisation soll laut einem Hamas-Vertreter überlebt haben. Sein Sohn und sein Büroleiter seien hingegen getötet worden.













