PfadnavigationHomeRegionalesHamburgExpertenkommissionCDU fordert digitalen KinderschutzVeröffentlicht am 08.09.2025Lesedauer: 3 MinutenIm Internet sind Kinder und Jugendliche Gefahren ausgesetzt, die noch nicht hinreichend bekämpft werden, findet die Hamburger CDU und fordert Verbesserungen im KinderschutzQuelle: Nicolas Armer/dpaNach dem erschütternden Fall des „White Tiger“ fordert die CDU Hamburg Maßnahmen zum effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz. Eine Expertenkommission, mehr Therapieplätze und moderne Polizeibefugnisse stehen im Zentrum eines Bürgerschaftsantrags.Der Fall des mutmaßlichen Hamburger Pädokriminellen, der unter dem Namen „White Tiger“ im Internet Kinder sexuell missbraucht und bis zum Suizid getrieben haben soll, hat die Hansestadt erschüttert. Als eine Konsequenz daraus fordert die in Hamburg oppositionelle CDU mehr Kinder- und Jugendschutz sowie mehr Rechte für die Polizei. In einem Antrag, der am 10. September in der ersten Bürgerschaftssitzung nach der Sommerpause behandelt werden soll, verlangt sie unter anderem eine Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.Der Auftrag der Kommission wäre es, Präventionsmaßnahmen zur Bewältigung von Online-Risiken bei Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Zudem geht es in den Forderungen um mehr Therapieplätzen für Kinder und Jugendliche sowie mehr Opferberatungsstellen.Lesen Sie auchMit Blick auf die Befugnisse der Polizei fordert die CDU in ihrem Antrag, die rechtlichen Rahmenbedingungen etwa für eine Gesichtserkennung mittels künstlicher Intelligenz und eine entsprechende Speicherung der Daten zu schaffen.Zudem solle nach dem nordrhein-westfälischen und bayerischen Vorbild eine Zentralstelle zum Thema Cybercrime gegründet werden. Gleichzeitig solle die Staatsanwaltschaft präventiv ermitteln und entsprechend personell und finanziell ausgestattet werden.„Kinder und Jugendliche sind heute tagtäglich in digitalen Räumen unterwegs – sei es auf Social Media, in Online-Games oder auf Streaming-Plattformen“, sagte die familienpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Silke Seif. Diese digitale Lebensrealität bringe nicht nur Chancen, sondern auch erhebliche Risiken mit sich.Lesen Sie auch„Der Fall ,White-Tiger‘ hat auf erschütternde Weise gezeigt, wie skrupellos Täter diese Räume ausnutzen, um Kinder emotional zu manipulieren und schwerste Straftaten zu begehen“, so Seif. Eine Expertenkommission sei ein zentraler Schritt, um strukturelle Schwächen zu analysieren und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.Gladiator: Nutzung von KI-gestützter GesichtserkennungDer CDU-Innenexperte Dennis Gladiator sagte, der Fall „White-Tiger“ zeige, „wie gefährlich die digitale Welt für junge Menschen sein kann – und wie dringend unsere Ermittlungsbehörden modernisiert und erweitert werden müssen.“ Nötig sei daher eine leistungsfähige Cybercrime-Zentrale nach dem Vorbild anderer Bundesländer, „eine Polizei mit digitaler Ausstattung auf Höhe der Zeit und rechtssichere Möglichkeiten zur Nutzung von KI-gestützter Gesichtserkennung“.Lesen Sie auchDer 20 Jahre alte Tatverdächtige war Mitte Juni im Haus seiner Eltern in Hamburg festgenommen worden. Der Deutsch-Iraner soll unter dem Pseudonym „White Tiger“ acht Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren im Internet zu Gewalt gegen sich selbst gezwungen haben. Die Kinder stammen aus Deutschland, England, Kanada, USA, zwei aus Hamburg und eines aus Niedersachsen.Ein 13-Jähriger wurde in den Suizid getriebenEin 13 Jahre alter US-Amerikaner wurde den Ermittlungen nach in den Suizid getrieben, eine 14-jährige Kanadierin habe versucht, sich umzubringen. Der Festnahme waren monatelange Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Pädokriminellen und die internationale sadistische Internet-Gruppe „764“ vorausgegangen.lno/juve