Die israelische Armee hat am Wochenende vor ihrer erwarteten Großoffensive im nördlichen Gazastreifen mehrere Hochhäuser in Gaza-Stadt zerstört. In dem dicht besiedelten Gebiet in Gaza-Stadt haben rund eine Million Einwohner Schutz gesucht. Die Angriffe sollten nach Angaben der israelischen Armee der lokalen Bevölkerung auch signalisieren, Evakuierungswarnungen ernst zu nehmen, berichtete der israelische Fernsehsender 12. Nach Einschätzung der israelischen Streitkräfte haben jedoch bisher nur etwa 90 000 Einwohner die Stadt verlassen. Israelischen Medien zufolge könnte die geplante Großoffensive bis zu ein Jahr dauern.
Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge die Bevölkerung von Gaza-Stadt aufgefordert, das Gebiet zu verlassen und sich in ein Küstengebiet im südlichen Gazastreifen zu begeben, das sie als „humanitäre Zone“ ausgewiesen habe. Das Areal von al-Mawasi nahe Chan Yunis verfüge über wesentliche humanitäre Infrastruktur wie Feldkrankenhäuser, Wasserleitungen und Entsalzungsanlagen, teilte ein arabischsprachiger Armeesprecher auf X mit. Auch humanitäre Hilfe werde dorthin geliefert.
Doch die Zone gilt bereits als hoffnungslos überfüllt. Nach UN-Angaben hielten sich dort im Juni 2025 auf einer Fläche von rund neun Quadratkilometern 425 000 Menschen in riesigen Zeltlagern auf. UN-Organisationen beschreiben die Ausstattung mit Latrinen und Gemeinschaftstoiletten sowie die Müllentsorgung als nicht ausreichend. Auch die Kapazitäten der Feldkliniken seien für die große Zahl an Menschen ungenügend.















