Trump-Unterstützer mit MAGA-Kappe: Trump-Wähler gehören zu Amerika, so wie AfD-Wähler zu Deutschland gehören, schreibt Annett Meiritz. Foto: GETTY IMAGES Essay: MAGA and me – wie ich in acht Jahren USA zum Trump-Versteher wurde Unsere Autorin begleitet den US-Präsidenten und seine „Make America great again“-Bewegung seit der ersten Amtszeit. Dabei hat sie auch viel über die fatalen Fehler seiner Gegner gelernt.

Annett Meiritz 05.09.2025 - 04:00 Uhr Artikel anhörenWashington. „Sie sind keine Menschen, sie sind keine Menschen!“, brüllt Donald Trump ins Mikrofon, während er auf einer der Bühnen steht, die er so sehr liebt. Er wütet über „blutrünstige Gangmitglieder“, die illegal über die amerikanische Grenze kommen. Die Menge verfällt in Sprechchöre: „A-NI-MALS! A-NI-MALS!“Ihr Idol wiegt den Kopf hin und her, die Augen halb geschlossen. „Ich werde euch niemals enttäuschen“, sagt Trump. Und aus Sicht seiner Anhänger tut er das auch so gut wie nie, egal, was er anstellt.Dieser Auszug aus einem Auftritt Trumps könnte aus einer seiner jüngeren Reden stammen – wer hört schon noch ganz genau zu, wenn der US-Präsident vor sich hin schäumt? Doch die Szene ist fast acht Jahre her.Sie zeigt, dass die Verehrung eines Demagogen und dreifach geschiedenen Milliardärs, dem diverse Frauen sexuelle Übergriffe vorwerfen, für einen beträchtlichen Teil der US-Amerikaner zum Leben gehört – gestern wie heute.Damals war Trump Präsident, dann war er es vier Jahre nicht – in denen sich trotzdem alles um ihn drehte. Inzwischen ist er zurück und hat bereits fast acht Monate seiner zweiten Amtszeit hinter sich. Wieder fühlt es sich an, als ob er nie weg gewesen wäre – und nie wieder weg sein wird.