Der erste Computer-Bug war tatsächlich ein Insekt. Die Informatikerin Grace Hopper fand 1947 bei Arbeiten am „Harvard Mark II“-Rechner eine Motte in einem Relais, klebte sie ins Logbuch und nannte sie den „ersten wirklichen Fall eines Bugs“. Im Englischen steht „Bug“ für Krabbeltiere, aber auch für tückische Computerfehler. Man denke an den berühmten Millennium-Bug, der zum Jahrtausendwechsel Weltuntergangsängste auslöste. Die Venus-Sonde Mariner 1 explodierte wegen eines Bugs kurz nach dem Start, und ein fehlerhaft programmiertes Strahlentherapiegerät kostete Ende der 1990er-Jahre Menschenleben.

Man ist also skeptisch, wenn Florian Bucar ein Glas öffnet und sagt: „So, das ist unser Ginger Bug.“ Der Bug riecht scharf und sieht verdächtig aus: Gelbliche Stückchen schwimmen in trüber Flüssigkeit. Doch im Gegensatz zu einem Computer-Bug ist das Zeug hier ausgesprochen nützlich. Der Küchenchef des Biohotels „Daberer“ im Gailtal zeigt in einem Workshop, wie man Gemüse, Obst und Kräuter fermentiert – mit positiven Effekten für Verdauung und Geschmacksnerven. Es muss nicht immer Sauerkraut sein: Auch Beeren eignen sich für Fermentation, und aus Himbeeren entsteht mithilfe des Ginger Bug spritzige Limonade.