PfadnavigationHomePolitikAuslandÖsterreich schiebt ab„Hi Bro, wie geht‘s?“, schreibt der somalische Beamte auf WhatsAppVeröffentlicht am 06.09.2025Lesedauer: 2 MinutenBlick auf das Innenministerium in WienQuelle: Tobias Steinmaurer/APA/dpaÖsterreich will straffällige Migranten nach Somalia abschieben – doch die erste Rückführung nach 20 Jahren gestaltet sich schwierig. Eine österreichische Zeitung dokumentiert die skurril wirkenden Episoden.Österreich hat diese Woche erstmals seit 20 Jahren zwei straffällig gewordene Migranten nach Somalia abgeschoben. Die Vorbereitungen stellten sich als kompliziert heraus – und dürften angesichts skurriler Details noch länger für Gesprächsstoff sorgen, wie die Zeitung „Der Standard“ berichtet. So habe etwa ein somalischer Behördenvertreter auf eine Anfrage des Innenministeriums in Wien mit den Worten „Hi Bro, how are you?“ reagiert („Hey Bruder, wie geht's?“). Vorbereitet wurde die Abschiebung demnach über WhatsApp.Dem Bericht zufolge war ein erster Abschiebeversuch in die somalische Hauptstadt Mogadischu gescheitert, da Somalias Polizei die Übernahme verweigerte. Danach habe das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl neue Wege gesucht, mit den Behörden des ostafrikanischen Landes in Kontakt zu treten. Lesen Sie auchÜber einen Messengerdienst insistierte ein österreichischer Beamte laut veröffentlichtem Kommunikationsprotokoll wiederholt auf die Beantwortung von E-Mails. Die Antwort der somalischen Behörden, bevor es schließlich doch zu der Rückführung kam: Vertröstungen, ignorierte Sprachanrufe und „Thanks, bro“. Mitte August sei dann schließlich eine E-Mail gekommen: Somalia akzeptiere die Rücknahme. Ob weitere Abschiebungen folgten, sei offen, berichtet „Standard“.Auch Deutschland schiebt nach Somalia abÖsterreichs regierende Dreierkoalition hatte nach ihrem Amtsantritt im März einen härteren Kurs in Sachen Migration und Asyl angekündigt. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) verfolgt eine „harte, strenge, konsequente, aber gerechte Asylpolitik“, wie er selbst sagt. Lesen Sie auchSomalia wird häufig als „gescheiterter Staat“ bezeichnet. Die Zentralregierung in Mogadischu gilt als schwach; immer noch kontrollieren islamistische Gruppen weite Teile des von Dürre geplagten Landes.Die Ampel-Regierung in Berlin hatte sich unter dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit dem somalischen Präsidenten auf schnellere Abschiebungen verständigt. Insgesamt leben derzeit etwa 65.000 Somalier in Deutschland, davon hat nach früheren Angaben der Bundesregierung nur „eine kleine Zahl“ kein Bleiberecht. Ein straffälliger Somalier wurde im Juli in sein Heimatland abgeschoben.KNA/ll
Abschiebung: „Hi Bro, wie geht‘s?“, schreibt der somalische Beamte auf WhatsApp - WELT
Österreich will straffällige Migranten nach Somalia abschieben – doch die erste Rückführung nach 20 Jahren gestaltet sich schwierig. Eine österreichische Zeitung dokumentiert die skurril wirkenden Episoden.






