Die Brandkatastrophe in der Gletscherbahn von Kaprun vom November 2000 ist eines der bislang schwersten Unglücke im Alpenraum – und war eine der extremen Bewährungsproben des damals neu formierten Kriseninterventionsdienstes der Bergwacht Bayern (KID Berg). Von den 155 Toten – darunter viele Kinder und Jugendliche – stammten knapp ein Viertel aus dem Freistaat. Nach einer solchen Katastrophe und in anderen zahlreichen Fällen benachrichtigen Mitarbeiter des KID Berg gemeinsam mit bayerischen Polizisten Angehörige vom Tod eines Familienmitglieds.

„Für die Angehörigen bricht plötzlich eine Welt zusammen, wenn etwa der Vater, der gerade noch auf dem Weg zu einem schönen Bergtag war, tödlich abgestürzt ist“, beschreibt Roland Ampenberger die Situation nach Unglücken. Das Ziel der im KID Berg engagierten Einsatzkräfte sei es, die Angehörigen unmittelbar nach einer solchen Nachricht so weit zu stabilisieren, dass sie psychisch wieder zurande kämen, so der Sprecher der Bergwacht Bayern. Bei den Einsatzkräften selbst gehe es eher darum, auf schwierige Situationen mit Todesfolgen präventiv vorzubereiten. Denn wenn Mitglieder der Bergwacht alarmiert würden, wüssten sie um die Schwere des Unglücks. „Das ist ein anderes Stressmanagement“, sagt Ampenberger.