Trotz drastisch steigender Ausgaben will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verhindern, dass die Krankenkassen ihre Beiträge im kommenden Jahr erneut erhöhen. Es gebe „noch ein Delta“ bei der Finanzierung, sagte die CDU-Politikerin mit Blick auf die Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben der Kassen. Sollte dies so bleiben, werde es aller Voraussicht nach Beitragserhöhungen geben. „Aber wir wollen das Ganze noch abfedern.“
Im ersten Halbjahr gaben die etwa 90 gesetzlichen Krankenkassen 166,1 Milliarden Euro für ihre Leistungen aus. Das ist ein Plus von 7,95 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum, wie aus neuen Kennzahlen ihres GKV-Spitzenverbands hervorgeht.
Besonders hoch war der Anstieg beim größten Kostenblock, den Krankenhausbehandlungen, mit 9,6 Prozent: 54,5 Milliarden Euro flossen nun zu den Kliniken. Die Ausgaben für Ärzte stiegen um 7,8 Prozent auf 27,0 Milliarden, die für Arzneimittel um sechs Prozent auf 28,9 Milliarden Euro. Der Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, sagte: „So kann es nicht weitergehen, solche Steigerungsraten hält kein Gesundheitssystem der Welt auf Dauer aus.“
Blatt forderte ein Ausgabenmoratorium und Strukturreformen. Diese sollten für die Versicherten im Alltag spürbar werden – etwa durch schnellere Arzttermine. Langfristig will Blatt nach eigener Aussage aber auch verhindern, dass die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen weiter auseinanderklafft, und „wieder zu stabilen Finanzen kommen“.








