Als Friedrich Merz am Mittwochabend beim Koalitionsausschuss ein knappes halbes Jahr nach der Bundestagswahl eine kleine Regierungsbilanz zog, war Genugtuung spürbar. Man habe zwar Fehler gemacht, räumte der Kanzler ein, etwa bei der Richterwahl. Beim zentralen Thema aber habe Schwarz-Rot geliefert: der von ihm ausgerufenen Migrationswende. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, befand Merz und rechnete vor, dass die Zahl der Erstanträge auf Asyl im August um 60 Prozent im Jahresvergleich gesunken sei. Merz gab zu: „Damit hätten wir selbst nicht gerechnet.“