Die Schriftstellerin und Zeitzeugin Ruth Weiss ist im Alter von 101 Jahren in Dänemark gestorben. Sie war 1924 als Ruth Löwenthal in Fürth in eine jüdische Familie geboren worden, 1936 war ihr die Flucht nach Südafrika gelungen. In den Sechzigerjahren hatte sie sich dort als Korrespondentin verschiedener Medien etabliert. Aufgrund ihres Engagements gegen die Apartheid hatte sie später nicht mehr in das Land einreisen können.

Weiss machte sich als Buchautorin einen Namen und lebte zuletzt in Dänemark. Aus Anlass ihres 98. Geburtstages war 2022 eine Festschrift erschienen, die auf 700 Seiten 80 Beiträge von Autoren aus vier Generationen vereinigte. Im vergangenen Juli hatte Weiss ihren 101. Geburtstag gefeiert. Wie Anni Kropf berichtet, die die Geschäftsstelle der Ruth-Weiss-Gesellschaft leitet, habe sie an diesem Tag angemerkt, es werde ihr besonders schwerfallen, aus der Welt „in deren aktuellem Zustand“ zu scheiden.