Mut zu neuen Formen – Der Renault 30 TS wagte 1975 als erster ein fünftüriges Fließheck in der französischen Oberklasse.Quelle: RenaultEin profanes Fastback mit praktischer Heckklappe vor dem Präsidentenpalast? Wenn heute Präsident Emmanuel Macron einen Rafale als Staatskarosse nutzt, setzt er damit eine Tradition fort, die der fünftürige Renault 30 im Jahr 1975 begann. SP-X/Köln. Renault auf Augenhöhe mit Rolls-Royce und Maybach? Kaum zu glauben, aber bis zum Zweiten Weltkrieg Realität. Beherrschten doch die Franzosen den Spagat zwischen preiswerten Massenprodukten und profitablen Premiumtypen wie dem visionären Renault Suprastella so gut wie kein anderer. Ungewöhnliche Wege in der Wohlstandsklasse wagt Renault deshalb auch heute. Da, wo die Margen hoch sind, soll der Rafale reüssieren, dies als kompakter, aber feiner Mittelklasse-Crossover im Fastbackdesign. Ein Fünftürer, den sogar Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Staatskarosse nutzt – anstatt ausschließlich auf den Komfort der DS-Typen zu vertrauen.

Immerhin ist die automobile Haute Couture im Fließheckdesign eine Erfindung von Renault. Vor 50 Jahren verblüffte zuerst der Renault 30 TS in dieser nutzwertigen Form; seinen deutschen Marktstart feierte Europas stärkster Fronttriebler auf der IAA in Frankfurt. Dort erlebte der schräge Gallier ein Waterloo: Zwischen dem neuen V8-Superstar Mercedes 450 SEL 6.9 und der pompösen Premiere des großen Peugeot 604 – mit dem er sich den ersten französischen V6 der Nachkriegsära teilte – wirkte der 4,52 Meter kurze R30 TS unspektakulär. Trotzdem erreichte das Renault Flaggschiff stolze Verkaufszahlen – aber mit billigerem Vierzylinder und R20-Signet. Echtes Prestige und Raffinesse verkörperten erst die folgenden Fastback-Größen aus Billancourt: Ob Renault 25, Safrane oder Vel Satis, sie alle zeigten den revolutionären Esprit der Grande Nation.